Commerzbank Aktie: 14. September bringt Orcel-Treffen
Die Commerzbank beginnt einen Rückkauf über 1,2 Milliarden Euro, während UniCredit beteiligt bleibt und ein politisches Treffen bevorsteht.

Kurz zusammengefasst
- Rückkaufprogramm über 1,2 Milliarden Euro
- UniCredit hält bis zu 47,59 Prozent
- Klingbeil empfängt Orcel am 14. September
- Halbjahresgewinn erreicht 1,8 Milliarden Euro
Die Commerzbank hat am 4. September ihr neues Aktienrückkaufprogramm über bis zu 1,2 Milliarden Euro gestartet. Die Laufzeit reicht bis zum 10. Februar 2027, die zurückgekauften Aktien werden anschließend eingezogen. Das Programm ist Teil der Kapitalrückgabe für das laufende Geschäftsjahr, die insgesamt rund 3,2 Milliarden Euro umfassen soll.
Bemerkenswert ist der Zeitpunkt: Die Bank hält an ihrer Ausschüttungspolitik fest, obwohl die Zukunft des Instituts weiterhin ungeklärt ist. UniCredit hatte im Sommer über ein Übernahmeangebot Zugriff auf einen erheblichen Anteil der Commerzbank-Aktien erlangt.
Zum Ende des Angebots im Juli waren 17,6 Prozent der Anteile angedient worden, zusammen mit dem bereits gehaltenen Bestand kam UniCredit auf 44,37 Prozent direkt gehaltene Aktien, unter Einbeziehung von Kaufoptionen auf bis zu 47,59 Prozent der Stimmrechte – vorbehaltlich der Genehmigung durch die Europäische Zentralbank.
Politik schaltet sich ein
Der Machtkampf um die Commerzbank bleibt damit ungelöst und wird nun auch auf politischer Ebene weitergeführt. Kommende Woche, am 14. September, empfängt Bundesfinanzminister Klingbeil UniCredit-Chef Andrea Orcel im Bundesfinanzministerium, wie Handelsblatt, Reuters und Bloomberg berichten.
Bei dem Treffen soll die Bundesregierung ihre Position darlegen und sich mit Orcel über die weiteren Schritte austauschen. Vizechef Michael Kotzbauer hatte Ende August eingeräumt, die Bank habe den Übernahmekampf im engeren Sinne verloren, sich dabei aber gut geschlagen.
Für Anleger bedeutet die Gemengelage aus Rückkaufprogramm und ungeklärter Eigentümerstruktur eine ungewöhnliche Situation: Das Institut fährt operativ auf Rekordkurs, während über seine strategische Ausrichtung faktisch ein anderes Unternehmen mitentscheidet.
Operatives Geschäft läuft rund
Basis für die großzügige Kapitalrückgabe sind starke Geschäftszahlen. Im ersten Halbjahr erzielte die Commerzbank ein Nettoergebnis von 1,8 Milliarden Euro – ein Rekordwert. Das operative Ergebnis stieg um 14 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro.
Bereits im ersten Quartal hatte die Bank mit einem operativen Rekordergebnis von 1,4 Milliarden Euro (plus 11 Prozent) überzeugt und in der Folge ihre Nettoergebnis-Guidance für das laufende Jahr auf mindestens 3,4 Milliarden Euro angehoben.
Untermauert wird der positive Trend durch die im Mai vorgestellte Strategie „Momentum 2030“, die eine Nettoeigenkapitalrendite von 21 Prozent und eine Cost-Income-Ratio von 43 Prozent bis zum Ende des Jahrzehnts vorsieht. Zudem strebt das Institut eine Ausschüttungsquote von 100 Prozent an.
An der Börse kam diese Kombination aus operativer Stärke und Übernahmefantasie gut an: Die Aktie hat seit Jahresbeginn 17 Prozent zugelegt und notiert nur wenige Prozentpunkte unter ihrem jüngsten Zehn-Jahres-Hoch.
Auch Analysten reagierten zuletzt positiv – JPMorgan-Analyst Kian Abouhossein hob am 8. September das Kursziel von 38 auf 39 Euro an und begründete dies mit höheren Zinsannahmen für den Euroraum. Am Rating „Neutral“ hielt er dabei fest.
Das Treffen zwischen Klingbeil und Orcel dürfte in der kommenden Woche zeigen, ob sich die politische Blockadehaltung der Bundesregierung gegenüber einer möglichen Übernahme durch UniCredit weiter fortsetzt oder ob sich Bewegung in die festgefahrene Situation bringt.
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