Commerzbank Aktie: 1,73% Plus nach UniCredit-Absage

Commerzbank weist Übernahmeangebot der UniCredit zurück. Die Aktie steigt leicht, während Analysten über ein höheres Angebot spekulieren.

Eduard Altmann ·
Commerzbank Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Commerzbank weist UniCredit-Angebot zurück
  • UniCredit meldet Rekordgewinn von 3,2 Milliarden
  • Commerzbank-Aktie steigt auf 37,55 Euro
  • Steigende Ausfallrisiken belasten Mittelstandsgeschäft

Die Commerzbank macht Ernst. Das Frankfurter Institut hat das Übernahmeangebot der italienischen UniCredit offiziell zurückgewiesen. Die Aktie reagiert mit einem Plus von 1,73 Prozent auf 37,55 Euro – nur 20 Cent unter dem 52-Wochen-Hoch.

Bieter mit Rekordzahlen

Die Ablehnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die UniCredit selbst glänzt. Das italienische Institut meldete für das erste Quartal 2026 einen Rekord-Nettogewinn von 3,2 Milliarden Euro – ein Plus von 16,1 Prozent zum Vorjahr. Für das Gesamtjahr peilt die UniCredit mindestens elf Milliarden Euro an.

Der finanzielle Spielraum ist enorm. Marktbeobachter spekulieren bereits über ein höheres Angebot. Ein Szenario: Die Italiener könnten nachbessern, sobald die eigene Aktie die Marke von 80 Euro erreicht. Derzeit notiert die UniCredit nahe ihrem Rekordhoch.

Kurs nahe Allzeithoch

Die Commerzbank-Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 41 Prozent zugelegt. Der RSI liegt bei 65,2 – der Kurs ist angespannt, aber noch nicht überkauft. Technische Analysten sehen einen Korridor zwischen 31 und 38 Euro für die kommenden Wochen.

Hinzu kommt ein struktureller Trend: Europäische Retailbanken könnten laut einer aktuellen Studie durch besseres digitales Kundenmanagement 30 bis 40 Milliarden Euro zusätzlich erlösen. Digitale Vorreiter betreuen bis zu 2.400 Kunden pro Mitarbeiter – traditionelle Institute schaffen nur 400.

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Schattenseite: steigende Ausfallrisiken

Trotz der positiven Stimmung trübt sich das fundamentale Umfeld ein. Creditreform Rating erwartet für 2026 eine Unternehmens-Ausfallrate von 2,08 Prozent – der höchste Wert seit der Finanzkrise.

Besonders betroffen: kleine und mittlere Unternehmen sowie die Branchen Verkehr, Logistik und Bau. Für die Commerzbank als bedeutender Mittelstandsfinanzierer ist das ein klarer Risikofaktor. Effizienzgewinne durch Digitalisierung und mögliche Fusionssynergien stehen gegen steigende Kreditausfälle.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die UniCredit nachlegt oder sich zunächst auf andere Beteiligungen konzentriert. Der Markt bleibt volatil – die Übernahmefantasie ist noch nicht vom Tisch.

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Commerzbank Aktie

36,91 EUR

+ 0,23 EUR +0,63 %
KGV 16,91
Sektor Finanzdienstleistungen
Div.-Rendite 3,00 %
Marktkapitalisierung 40,24 Mrd. EUR
ISIN: DE000CBK1001 WKN: CBK100

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