Commerzbank Aktie: 2,41 Prozent Minus
S&P stuft den Ausblick für die Commerzbank auf stabil herab. Grund ist die erwartete Kontrollübernahme durch UniCredit. Die Aktie fällt deutlich.

Kurz zusammengefasst
- S&P senkt Ausblick auf stabil
- UniCredit-Übernahme gilt als wahrscheinlich
- Aktie fällt um 2,41 Prozent
- Berlin bereitet Verhandlungen vor
S&P senkt den Ausblick für die Commerzbank. Die Bank verliert damit ihre Aussicht auf ein besseres Rating. Der Grund: Die Übernahme durch UniCredit gilt jetzt als wahrscheinlich.
Die Commerzbank-Aktie reagiert prompt. Am Freitag fällt das Papier um 2,41 Prozent auf 36,91 Euro. Am Donnerstag hatte der Kurs noch bei 37,82 Euro gelegen.
S&P erwartet Kontrollwechsel durch UniCredit
Die Ratingagentur S&P hat ihre Einschätzung angepasst. Das eigentliche Rating bleibt unverändert: A für die lange Frist, A-1 für die kurze Frist. Nur der Ausblick sinkt von positiv auf stabil.
Der Grund liegt in der erwarteten Integration in den italienischen Bankkonzern. UniCredit hat sich im Rahmen ihres Übernahmeangebots knapp die Hälfte der Commerzbank-Anteile gesichert. S&P geht trotzdem von einer Mehrheitsübernahme aus. Die Analysten schreiben wörtlich: Die Commerzbank werde unter der wahrscheinlichen Kontrolle durch UniCredit ihre solide Bonität in den nächsten zwei Jahren behalten.
Für die italienische Mutterbank sieht die Sache anders aus. S&P bestätigt den positiven Ausblick für UniCredit. Die Rollen zwischen Käufer und Zielunternehmen sind damit klar verteilt.
JPMorgan sieht keinen Anlass für Änderungen
Auch von Analystenseite kommt kein Rückenwind. JPMorgan bestätigt vor den anstehenden Quartalszahlen die Einstufung „Neutral“. Das Kursziel bleibt bei 37 Euro.
Die US-Bank hat ihr Bewertungsmodell aktualisiert. Die Gewinnschätzungen für die Jahre 2026 bis 2028 ändern sich dabei nur geringfügig.
Berlin bereitet sich auf Verhandlungen vor
Der Übernahmekampf zwischen UniCredit und der Commerzbank spitzt sich politisch zu. Die Zahlen zeigen, wie weit die Italiener bereits vorangekommen sind.
Bis zum Fristende am 3. Juli haben Aktionäre das Angebot für 17,6 Prozent der Commerzbank-Papiere angenommen. Zusammen mit dem bereits gehaltenen Anteil von 26,77 Prozent steigt der Zugriff rechnerisch auf 44,37 Prozent. Über zusätzliche Kaufoptionen auf weitere 3,22 Prozent könnte UniCredit sogar auf 47,59 Prozent kommen.
Die Bundesregierung bereitet sich offenbar auf Gespräche mit UniCredit vor. Im Zentrum steht der Erhalt der Mittelstandsrolle der Commerzbank. Berlin will zudem eine Garantie für die eigenständige Börsennotierung. Auch der Frankfurter Standort soll nach einer möglichen Übernahme wichtig bleiben.
Charttechnik bestätigt die Schwäche
Der aktuelle Kursrückgang passt ins Bild. Nach dem 52-Wochen-Hoch von 39,18 Euro am 14. Juli notiert die Aktie bereits 5,79 Prozent darunter. Die annualisierte Volatilität von 23,12 Prozent zeigt: Die Schwankungsbreite hat spürbar zugenommen.
Der Übernahmeprozess bleibt in Bewegung. Entscheidend wird, wie UniCredit auf die Forderungen aus Berlin reagiert – und ob die Italiener ihren Anteil über weitere Kaufoptionen tatsächlich auf fast 48 Prozent aufstocken.
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