Commerzbank Aktie: 2,7 Milliarden Euro Halbjahres-Rekord

Commerzbank steigert Quartalsüberschuss auf 898 Mio. Euro und stellt sich gegen UniCredit. Analysten bleiben trotz Übernahmeunsicherheit optimistisch.

Redaktion Stock-World ·
Moderne Glasfassade eines Bürogebäudes in der Morgensonne als Symbol für finanzielles Wachstum und Erfolg. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Quartalsgewinn fast verdoppelt
  • Rekordwerte im ersten Halbjahr
  • UniCredit hält knapp 50 Prozent
  • EZB-Prüfung entscheidet über Zukunft

Die Commerzbank hat im zweiten Quartal fast doppelt so viel verdient wie ein Jahr zuvor – und nutzt die Zahlen nun als Verhandlungsargument gegenüber ihrer Großaktionärin UniCredit. Der Überschuss zwischen April und Juni kletterte auf 898 Millionen Euro, ein Plus von 94,2 Prozent im Jahresvergleich. Vorstandschefin Bettina Orlopp machte am Donnerstag deutlich, dass die Frankfurter Bank sich nicht als Verhandlungsmasse sieht: UniCredit könne nicht „einseitig über grundlegende strukturelle Maßnahmen entscheiden“, selbst wenn die Italiener vor der nächsten Hauptversammlung eine Mehrheitsbeteiligung erwerben sollten.

Rekordwerte im ersten Halbjahr

Die starken Quartalszahlen sind kein Ausreißer. Im ersten Halbjahr 2026 stieg das operative Ergebnis um 14 Prozent auf einen Höchststand von 2,7 Milliarden Euro. Das Nettoergebnis erreichte mit 1,8 Milliarden Euro ebenfalls einen Rekordwert, die Nettoeigenkapitalrendite kletterte auf 12,6 Prozent. Auch die Kostenquote entwickelte sich im Rahmen der Planung: Sie verbesserte sich um rund drei Prozentpunkte auf 53 Prozent inklusive Pflichtbeiträgen und traf damit die Zielmarke für das Gesamtjahr.

Auf dieser Basis bestätigte die Bank ihr Jahresziel von mindestens 3,4 Milliarden Euro Gewinn. Für 2026 plant sie erneut, das komplette Nettoergebnis nach Abzug der AT-1-Kuponzahlungen an die Aktionäre auszuschütten – rund 3,2 Milliarden Euro Kapitalrückgabe, wobei der Dividendenanteil auf mindestens 50 Prozent steigen soll. Bereits im Juli hatte die Bank den nächsten Aktienrückkauf über bis zu 1,2 Milliarden Euro beantragt; die EZB hat grünes Licht gegeben, die Zustimmung der Finanzagentur steht noch aus. Parallel investiert die Bank rund 600 Millionen Euro bis 2030 in Künstliche Intelligenz, von der sie sich einen jährlichen Wertbeitrag von etwa 500 Millionen Euro erhofft.

Machtverhältnisse vor der Entscheidung

Die eigentliche Nachricht liegt aber im Machtkampf um die Bank selbst. UniCredit hält nach dem im Juli abgeschlossenen Übernahmeangebot 47,59 Prozent des Kapitals, entsprechend 49,65 Prozent der Stimmrechte, plus weitere 11,48 Prozent über Derivate ohne Stimmrechte. Der Bund bleibt mit 12,7 Prozent an Bord. Ende Juli attestierte die BaFin dem UniCredit-Antrag Vollständigkeit und reichte ihn an die EZB weiter, die nun 60 Tage Zeit für ihre Prüfung hat – theoretisch verlängerbar um bis zu 20 Arbeitstage. Damit könnte UniCredit die Kontrolle bereits im Oktober übernehmen, spätestens aber Anfang Dezember.

Politisch ist der Widerstand gegen die Übernahme faktisch abgeräumt. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte sich zusammen mit Finanzminister Lars Klingbeil lange kritisch geäußert, räumte im Juli aber ein: „Wir verhindern diese Fusion nicht.“ Aufsichtsratschef Jens Weidmann bot den Italienern daraufhin Gespräche an und erklärte, die Mehrheitsverhältnisse auf der nächsten Hauptversammlung seien klar – jetzt gehe es darum, Eckpunkte für Mitarbeiter, Aktionäre und Kunden festzulegen. Vorstand und Aufsichtsrat hätten mehrfach betont, dazu bereit zu sein.

Analysten bleiben zuversichtlich

RBC Capital Markets bestätigte am Donnerstag die Einstufung „Outperform“ mit einem Kursziel von 43 Euro. Analystin Anke Reingen lobte, das zweite Quartal habe die Erwartungen übertroffen, auch wenn der Geschäftsmix durchwachsen gewesen sei – die Jahresziele blieben aber intakt. Mitte Juli hatte S&P Global Ratings den Ausblick für die Commerzbank mit Verweis auf die Unsicherheit rund um die UniCredit-Übernahme gesenkt.

Am Kapitalmarkt zeigte sich die Aktie zuletzt nervös: Nach dem 52-Wochen-Hoch von 39,85 Euro am Mittwoch gab das Papier am Donnerstag um 1,63 Prozent auf 38,55 Euro nach. Damit notiert die Commerzbank knapp 3,3 Prozent unter ihrem Jahreshoch, liegt aber weiterhin rund 10 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt – ein Zeichen dafür, dass der langfristige Aufwärtstrend trotz der jüngsten Schwankungen intakt bleibt. Für Anleger dürfte in den kommenden Wochen weniger die operative Entwicklung als vielmehr der Fortgang der EZB-Prüfung im Zentrum stehen.

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Commerzbank Aktie

40,37 EUR

– 1,07 EUR -2,58 %
KGV 15,57
KUV 3,79
Sektor Finanzdienstleistungen
Div.-Rendite 2,64 %
Marktkapitalisierung 43,63 Mrd. EUR
Ø Kursziel 41,26 EUR
ISIN: DE000CBK1001 WKN: CBK100

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