Commerzbank Aktie: 3. Juli entscheidet über Angebot
Commerzbank-Chefin Orlopp appelliert an Aktionäre, das UniCredit-Angebot abzulehnen. Der Kurs bleibt nahe am Jahreshoch.

Kurz zusammengefasst
- Offener Brief an Aktionäre
- UniCredit-Angebot als zu niedrig kritisiert
- Mitarbeiterzufriedenheit als Trumpfkarte
- Aktienkurs nahe 52-Wochen-Hoch
Noch vier Tage. Dann läuft die Annahmefrist für das UniCredit-Umtauschangebot ab — und CEO Bettina Orlopp hat die Nerven noch nicht verloren. Mit einem offenen Brief an die Aktionäre zieht das Commerzbank-Management alle Register, um eine Übernahme zu den aktuellen Konditionen abzuwenden.
Appell in letzter Minute
Orlopp argumentiert klar: Das Angebot spiegele den langfristigen Wert der Bank nicht angemessen wider. UniCredit bietet 0,485 eigene Aktien für jede Commerzbank-Aktie. Das Management hält das für zu wenig — und setzt auf Eigenständigkeit als bessere Alternative für Aktionäre.
Die Beteiligungslage macht die Sache kompliziert. UniCredit hält rechnerisch bereits knapp 40 % der Anteile. Davon entfallen 26,77 % auf direkte Beteiligungen, der Rest auf bereits zugesicherte Aktien aus dem laufenden Angebot. Der Bund hält weiterhin 12 % — und hat erklärt, vorerst keine weiteren Aktien abgeben zu wollen. Das engt UniCredits Spielraum ein.
Stabile Belegschaft als Argument
Das Management betont nicht nur die Finanzen. Personalvorständin Sabine Mlnarsky verweist auf gestiegene Mitarbeiterzufriedenheit und eine niedrige Fluktuation. Das soll zeigen: Der Übernahmedruck hat die Bank operativ nicht destabilisiert.
Ob das Aktionäre überzeugt, ist eine andere Frage. Übernahmeofferten erzeugen Unsicherheit — in der Belegschaft, aber auch im Markt. Dass die Commerzbank beides im Griff hat, ist zumindest kein schlechtes Signal.
Kurs knapp unter Jahreshoch
Die Aktie notiert am Montag bei 37,35 Euro, ein Minus von 0,88 % gegenüber Freitag. Das 52-Wochen-Hoch von 38,85 Euro liegt nur rund 4 % entfernt — erreicht erst am 19. Juni. Auf Sicht von zwölf Monaten hat das Papier knapp 40 % zugelegt.
Der RSI liegt bei 53,6 — neutral, kein Hinweis auf Überhitzung oder übertriebenen Verkaufsdruck.
Was am 3. Juli zählt
Entscheidend wird sein, wie viele freie Aktionäre das Tauschangebot annehmen. Gibt ein signifikanter Teil nach, festigt UniCredit seine Position so weit, dass eine vollständige Integration kaum noch aufzuhalten wäre. Orlopp setzt dagegen auf den Brief, auf den Bund als stabilen Ankeraktionär — und auf die Zeit, die ihr noch bleibt.
Commerzbank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Commerzbank-Analyse vom 29. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Commerzbank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Commerzbank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 29. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Commerzbank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...