Commerzbank Aktie: 3,4 Milliarden Gewinnziel
Commerzbank erhöht Gewinnprognose für 2026 auf 3,4 Milliarden Euro und signalisiert Eigenständigkeit im Übernahmepoker mit UniCredit.

Kurz zusammengefasst
- Neues Nettoergebnisziel von 3,4 Milliarden Euro
- Fast vollständige Gewinnausschüttung an Aktionäre geplant
- RBC bestätigt Outperform-Rating mit Kursziel 43 Euro
- UniCredit hält Zugriff auf knapp 48 Prozent des Kapitals
Die Commerzbank erhöht den Druck auf ihren ungebetenen Großaktionär UniCredit. Das Management um Vorstandschefin Bettina Orlopp hebt das Gewinnziel für 2026 deutlich an. Der Markt reagiert mit einer positiven Analystenstudie und einem Kurs nahe dem Jahreshoch.
Management schraubt Gewinnziel nach oben
Die Commerzbank peilt für 2026 nun ein Nettoergebnis von mindestens 3,4 Milliarden Euro an. Bisher lag die Zielmarke bei über 3,2 Milliarden Euro. Der Markt wertet diesen Schritt als klares Signal: Die Bank will eigenständig bleiben.
Für den Zeitraum 2026 bis 2028 plant das Institut noch mehr. Nach Abzug der Zinszahlungen für Hybridkapital soll die Ausschüttungsquote über Dividenden und Aktienrückkäufe bei rund 100 Prozent liegen. Die Commerzbank will damit fast den kompletten Gewinn an ihre Aktionäre zurückgeben.
RBC bestätigt Kursziel von 43 Euro
RBC-Analystin Anke Reingen bestätigte am Dienstag ihr „Outperform“-Rating. Ihr Kursziel bleibt bei 43,00 Euro. Reingen begründet dies mit der disziplinierten Kostenkontrolle und den verbesserten Aussichten für Kapitalrückführungen.
Die Aktie notiert aktuell bei 38,62 Euro und liegt damit nur 1,43 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 39,18 Euro vom 14. Juli. Auf Monatssicht steht ein Plus von 6,80 Prozent zu Buche, auf Jahressicht sogar von 37,19 Prozent. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt fast 12 Prozent — ein Zeichen für den stabilen Aufwärtstrend der vergangenen Monate.
Machtkampf bleibt im Hintergrund präsent
Während die Commerzbank operative Erfolge feiert, bleibt die Lage im Aktionariat kompliziert. UniCredit hält mittlerweile Zugriff auf 47,59 Prozent des Kapitals und rund 49,7 Prozent der Stimmrechte. Orlopp betont jedoch: Weniger als zwei Prozentpunkte davon stammen von unabhängigen institutionellen Anlegern oder Privataktionären.
Den Großteil des Aufbaus erklärt die Commerzbank-Chefin mit bankinternen Transaktionen und Derivaten der Italiener. Die Bundesregierung hält weiterhin rund 12 Prozent der Anteile und lehnt einen Verkauf an UniCredit derzeit ab. Diese Pattsituation sorgt für anhaltend hohe Schwankungen — die 30-Tage-Volatilität liegt annualisiert bei 21,69 Prozent.
Ausblick: Der 6. August wird zum Test
Der Relative-Stärke-Index liegt bei 59,7. Die Aktie notiert damit trotz der jüngsten Rallye noch nicht im überkauften Bereich über 70. Charttechnisch bleibt also Spielraum nach oben.
Am 6. August 2026 legt die Commerzbank ihren Zwischenbericht für das zweite Quartal vor. Dann muss das Management zeigen, dass die ambitionierten Jahresziele operativ auch unterlegt sind. Gelingt dies bei Zinsüberschuss und Provisionsgeschäft, rückt das RBC-Kursziel von 43 Euro in greifbare Nähe. Ein weiterer Faktor bleibt die EZB: Ihre Zustimmung zu den geplanten Aktienrückkäufen gilt als zentraler Baustein der neuen Ausschüttungsstrategie.
Commerzbank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Commerzbank-Analyse vom 15. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Commerzbank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Commerzbank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Commerzbank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...