Commerzbank Aktie: 38,98 Euro vor Orcel-Gipfel
Commerzbank-Chefin Orlopp signalisiert Gesprächsbereitschaft mit UniCredit. Die Aktie steigt auf 38,98 Euro, Quartalszahlen und Gipfel am 6. August stehen bevor.

Kurz zusammengefasst
- Orlopp zeigt Gesprächsbereitschaft
- Aktie klettert auf 38,98 Euro
- Bund erwägt Aufstockung auf 25 Prozent
- Quartalszahlen am 6. August
Bettina Orlopp hat monatelang gegen Andrea Orcel gekämpft. Jetzt lenkt die Commerzbank-Chefin ein und signalisiert erstmals Gesprächsbereitschaft. Der Markt reagiert sofort: Die Aktie klettert auf 38,98 Euro und nähert sich ihrem Rekordhoch.
Am Donnerstag folgt der nächste Prüfstein. Die Commerzbank legt ihre Quartalszahlen vor, kurz danach treffen sich Orlopp und UniCredit-Chef Orcel zum ersten offiziellen Gipfel. Zwei Termine, ein Datum: der 6. August.
Orlopps Kurswechsel treibt den Kurs
Medienberichten zufolge gibt die Commerzbank-Chefin ihren Widerstand gegen eine Übernahme auf. Sie signalisiert erstmals direkte Gesprächsbereitschaft mit Orcel. Investoren lesen das als Signal: Eine Einigung rückt näher.
Ihre Bedingungen hat Orlopp bereits genannt. Der Vorstand fordert eine zweistellige Prämie und Garantien für das internationale Netzwerk der Bank. Ohne diese Zugeständnisse dürfte Orlopp kaum zustimmen.
Die Aktie legt auch am Dienstag zu und nähert sich dem 52-Wochen-Hoch bei 39,22 Euro. Nur wenige Cent trennen den Titel derzeit von seinem Jahreshoch.
Der Bund als Preistreiber
Ein „billiges“ Übernahmeangebot dürfte an der Bundesregierung scheitern. Der Bund hält aktuell rund 12 Prozent an der Commerzbank und prüft Berichten zufolge eine Aufstockung auf 25 Prozent.
Diese Sperrminorität hätte Folgen für UniCredit. Für einen Squeeze-out braucht der italienische Konzern eine Mehrheit von 90 Prozent. Mit einem Vierteleigentum in Staatshand wäre dieser Schritt praktisch ausgeschlossen.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat signalisiert, eine Fusion nicht politisch zu blockieren. Trotzdem bleibt UniCredit auf die Kooperation von Vorstand und Kleinaktionären angewiesen. Das dürfte den Preis pro Aktie weiter nach oben treiben.
Starke Zahlen als Verhandlungsargument
Die Commerzbank verhandelt aus einer Position der Stärke. Bei den FINANCE Awards 2026 kürte die Fachjury das Institut zur besten Bank im deutschen Firmenkundengeschäft.
Für das laufende Geschäftsjahr peilt das Management einen Nettogewinn von mindestens 3,4 Milliarden Euro an. Am Donnerstag müssen die Q2-Zahlen zeigen, ob dieses Ziel erreichbar bleibt. Analysten erwarten ein Ergebnis je Aktie von rund 0,73 Euro.
Übertrifft die Bank diese Erwartungen oder hebt sie die Jahresprognose an, dürfte das die Forderung nach einer höheren Prämie stützen. Ein schwaches Quartal könnte Orlopps Verhandlungsspielraum dagegen schmälern.
Zwei Termine, zwei Szenarien
Bestätigen die Quartalszahlen die operative Stärke und verläuft das Gespräch zwischen Orlopp und Orcel konstruktiv, dürfte die Marke von 39,22 Euro fallen. Ein Vorstoß Richtung 40 Euro wäre dann das nächste Ziel.
Scheitern die Gespräche oder enttäuscht das Zahlenwerk, drohen Gewinnmitnahmen. Der 50-Tage-Durchschnitt bei 37,37 Euro würde dann als erste Auffanglinie dienen.
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