Commerzbank Aktie: Abwehr mit Rekorddividende

Die Commerzbank setzt auf massive Kapitalrückgaben an Aktionäre, um die Eigenständigkeit gegen das Übernahmeangebot der UniCredit zu verteidigen. Der Mai wird zum entscheidenden Monat.

Eduard Altmann ·
Commerzbank Aktie

Kurz zusammengefasst

  • UniCredit-Bietung liegt deutlich unter Analystenschätzung
  • Dividendenvorschlag von 1,10 Euro je Aktie für 2025
  • Aktienrückkäufe im Wert von 524 Millionen Euro
  • Entscheidende Hauptversammlung und BaFin-Prüfung im Mai

Die UniCredit will die Commerzbank übernehmen — und die Frankfurter wehren sich mit einer ungewöhnlichen Waffe: Geld. Während Rechtsexperten die juristischen Abwehrmechanismen durchleuchten, setzt Vorstandschefin Bettina Orlopp auf Rekordausschüttungen, um Aktionäre von der Eigenständigkeit zu überzeugen.

Kein Schnäppchen für UniCredit

Das Angebot der Italiener sieht einen Aktientausch von 0,485 UniCredit-Papieren je Commerzbank-Aktie vor — rechnerisch entspricht das rund 30,80 Euro. Branchenanalysten taxieren den fairen Wert der Aktie jedoch auf durchschnittlich etwa 38 Euro. Diese Lücke ist das stärkste Argument der Commerzbank-Führung gegen das Angebot: keine nennenswerte Prämie für die Aktionäre.

Rechtsexperten von Rödl & Partner ordnen das Vorgehen der UniCredit als taktisches Angebot ein, das auf Kontrolle über das Institut abzielt. Vorstand und Aufsichtsrat müssen gemäß § 27 WpÜG noch eine begründete Stellungnahme abgeben — ein Prozess, der Zeit kostet und den Abwehrkurs der Bank unterstreicht.

Rückkäufe und Dividende als Verteidigungslinie

Bereits am 9. März schloss die Commerzbank eine Aktienrückkauftranche ab, die seit dem 12. Februar lief. Erworben wurden eigene Anteile im Wert von 524 Millionen Euro. Das ist kein Zufall: Die Kapitalrückgabe ist strategisch kalkuliert.

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Für das Geschäftsjahr 2025 plant das Institut Gesamtausschüttungen von rund 2,7 Milliarden Euro. Zur Hauptversammlung am 20. Mai schlägt der Vorstand eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie vor — ein Anstieg von rund 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Orlopp hat angekündigt, bis zu 100 Prozent des bereinigten Jahresüberschusses auszuschütten, um die Attraktivität der Aktie unabhängig von Fusionsphantasien zu stützen.

Mai als Schlüsselmoment

Die BaFin muss die detaillierten Angebotsunterlagen der UniCredit noch freigeben — mit einer Veröffentlichung wird ebenfalls im Mai gerechnet, unmittelbar vor der Hauptversammlung. Dann stimmen die Aktionäre über die Gewinnverwendung ab und entscheiden faktisch mit, ob die Abwehrstrategie trägt.

Charttechnisch notiert die Aktie mit einem RSI von 29,7 im überverkauften Bereich und liegt rund 15 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 37,75 Euro. Gewerkschaft Verdi warnt für den Fusionsfall vor massiven Stellenstreichungen, die Bundesregierung hält sich bei weiteren Anteilsverkäufen zurück. Das Kräfteverhältnis zwischen Abwehr und Übernahmedruck entscheidet sich im Mai.

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Commerzbank Aktie

36,80 EUR

– 0,02 EUR -0,05 %
KGV 17,10
Sektor Finanzdienstleistungen
Div.-Rendite 3,00 %
Marktkapitalisierung 40,68 Mrd. EUR
ISIN: DE000CBK1001 WKN: CBK100

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