Commerzbank Aktie: Analysten bleiben skeptisch?
JPMorgan und Deutsche Bank Research halten an ihren Bewertungen fest; UniCredits Angebot hängt weiterhin von offenen regulatorischen Bedingungen ab.

Kurz zusammengefasst
- JPMorgan bestätigt Neutral mit 39 Euro
- Deutsche Bank Research bleibt bei Halten
- EU-Wettbewerbsentscheidung zum Angebot steht aus
- Quartalszahlen für den 5. November angekündigt
JPMorgan hat die Commerzbank am Freitag auf „Neutral“ mit einem Kursziel von 39 Euro belassen. Damit liefert die jüngste datierte Analystenentscheidung keinen optimistischeren Bewertungsimpuls. Für Anleger bleibt die Unterscheidung entscheidend: UniCredits Weg zur Kontrolle hat eine wichtige regulatorische Hürde genommen, der Abschluss des Angebots steht aber weiterhin unter Bedingungen.
Analysten sehen keinen Anlass zur Hochstufung
Auch Deutsche Bank Research blieb am Donnerstag bei einer abwartenden Einschätzung. Das Haus bestätigte seine Halteempfehlung mit einem Kursziel von 42 Euro. Beide Analystenhäuser änderten damit ihre Einstufung nicht.
Die Bewertungen setzen einen nüchternen Gegenpunkt zur Übernahmeperspektive. Eine aufsichtsrechtliche Genehmigung ist nicht gleichbedeutend mit einer Kaufempfehlung für die Aktie. Die bestätigten Einstufungen zeigen vielmehr, dass beide Häuser trotz des Fortschritts im Übernahmeprozess an ihrer zurückhaltenden Positionierung festhielten.
Der Kurs von 36,84 € liegt unter beiden genannten Zielmarken. Daraus lässt sich allerdings weder ein gesicherter Übernahmeerlös noch eine Zusage für die weitere Kursentwicklung ableiten: Analystenziele sind Einschätzungen und keine Angebotskonditionen.
Wettbewerbsentscheidung steht noch aus
Die EZB hatte UniCredit vor gut einer Woche genehmigt, die Beteiligung an der Commerzbank über 30 % hinaus ohne Obergrenze auszubauen. UniCredit bezeichnete die Entscheidung als wichtigen Meilenstein. Nach Angaben des Unternehmens werden die verbleibenden regulatorischen Verfahren und Bedingungen für den Abschluss des Angebots etwa zum Jahresende erwartet.
Die Genehmigung beseitigt damit nicht sämtliche Voraussetzungen für den Abschluss. Laut einem Bericht der Tagesschau vom Freitag steht insbesondere die Entscheidung der EU-Kommission als Wettbewerbsbehörde noch aus. Die Commerzbank kommentierte die EZB-Genehmigung dem Bericht zufolge nicht.
UniCredit strebt nach eigenen Angaben rund 50 % der Stimmrechte bis Jahresende an. Dieses Ziel bleibt von einem bereits erreichten Beteiligungsstand zu unterscheiden. Ebenso ist die erwartete Erledigung der verbleibenden Verfahren eine zeitliche Erwartung und kein bestätigter Abschluss.
Geschäftszahlen als nächster Prüfstein
Für den 5. November 2026 ist die Veröffentlichung der Commerzbank-Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 angekündigt. Neben dem Übernahmeprozess steht damit ein konkreter Termin für die operative Bewertung der Bank fest.
Die Einordnung für Anleger bleibt zweigeteilt: UniCredit verfolgt den Kontrollausbau, während weitere Bedingungen offen sind. Die jüngsten Analystenentscheidungen nehmen diesen Fortschritt nicht zum Anlass für eine Hochstufung. Der nächste angekündigte Ergebnisbericht wird deshalb neben den regulatorischen Entscheidungen zum wichtigen Bezugspunkt für die Beurteilung der Commerzbank.
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