Commerzbank Aktie: BaFin gibt UniCredit-Antrag weiter

BaFin stuft UniCredit-Antrag als vollständig ein, EZB prüft nun den Übernahmevorstoß bei der Commerzbank. Der Aktienkurs zeigt sich robust.

Dieter Jaworski ·
Abstraktes Bild einer modernen Glasfassade bei Sonnenuntergang als Symbol für den Bankensektor und Unternehmensfusionen. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • BaFin-Antrag für UniCredit vollständig
  • EZB prüft Commerzbank-Übernahme jetzt
  • Orcel hält fast 50 Prozent der Anteile
  • Commerzbank-Aktie nahe Rekordhoch

Der Übernahmepoker um die Commerzbank nimmt eine neue regulatorische Hürde. Die BaFin hat den Antrag der italienischen UniCredit als vollständig eingestuft, wie Handelsblatt berichtet. Damit liegt der Fall nun bei der Europäischen Zentralbank, die den Vorstoß prüft. Der Schritt bringt den seit rund zwei Wochen laufenden Übernahmeversuch einen entscheidenden Abschnitt weiter.

Orcels langer Weg zur Mehrheit

Treibende Kraft hinter dem Vorhaben ist UniCredit-Chef Andrea Orcel. Laut Handelsblatt hält er inzwischen fast 50 Prozent der Commerzbank-Anteile. Orcel begann im Sommer 2024 mit dem Aufbau seiner Position und sicherte sich im September desselben Jahres weitere 5 Prozent aus dem Bestand des Bundes. Verhandlungen über ein mögliches Aufgehen der Commerzbank in der UniCredit könnten der Zeitung zufolge bald beginnen.

Auf der anderen Seite der Frontlinie steht Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp, die das Institut seit Oktober 2024 führt. Sie wehrt sich gegen die Offerte aus Mailand, wie Handelsblatt schreibt. Die Bundesregierung hatte sich bereits am vergangenen Dienstag zu dem Vorgang positioniert und dabei ein Einlenken signalisiert – ein Kurswechsel, der dem Vorhaben zusätzlichen politischen Rückenwind verschafft.

Kurs nahe Rekordhoch trotz Übernahmepoker

Die Aktie honoriert den fortschreitenden Prozess. Zum Handelsschluss am Freitag notierte das Papier bei 39,17 Euro und damit nur noch 1,71 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 8,50 Prozent zu Buche. Anleger preisen damit sowohl die fortschreitende Übernahmeprüfung als auch die zuletzt vorgelegten Rekordzahlen ein, die das Institut am vergangenen Donnerstag präsentiert hatte und die den Kurs seither weiter gestützt haben.

Für den Gesamtmarkt lief der Handelstag ebenfalls gut: Der Dax schloss am Freitag bei 26.355,84 Punkten und damit 0,69 Prozent im Plus, während der Dow Jones an der Wall Street ein Rekordhoch markierte. In diesem freundlichen Marktumfeld fällt die Commerzbank-Aktie mit ihrer Stabilität nach den jüngsten Quartalszahlen zusätzlich auf – ein Zeichen dafür, dass die Übernahmefantasie den Kurs derzeit stärker treibt als kurzfristige Nachrichten aus dem operativen Geschäft.

Nächster Schritt liegt bei der EZB

Der eigentliche Knackpunkt bleibt die Prüfung durch die europäische Bankenaufsicht. Erst wenn die EZB ihr Votum abgegeben hat, dürfte klar werden, ob und in welcher Form UniCredit ihre Beteiligung weiter ausbauen kann. Bis dahin bleibt die Gemengelage aus regulatorischem Fortschritt, politischem Widerstand und robusten Geschäftszahlen der bestimmende Faktor für die Aktie. Anleger dürften die Entwicklung bei der EZB in den kommenden Wochen genau verfolgen, denn von ihrer Entscheidung hängt ab, wie schnell die von Handelsblatt angedeuteten Verhandlungen tatsächlich beginnen können.

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Commerzbank Aktie

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