Commerzbank Aktie: Berlin bereitet UniCredit-Gespräche vor

Die Bundesregierung bereitet Bedingungen für eine mögliche Übernahme der Commerzbank durch UniCredit vor. Der Aktienkurs gab nach.

Redaktion Stock-World ·
Abstrakte Darstellung des europäischen Bankensektors mit Fokus auf strategische Gespräche und mögliche Konsolidierung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Kursverlust von über drei Prozent
  • UniCredit kontrolliert fast 48 Prozent
  • Berlin stellt Bedingungen für Übernahme
  • EZB-Zinsentscheidung steht bevor

Die Commerzbank-Aktie verliert an Boden. Am Freitag ging der Kurs um 3,25 Prozent auf 36,66 Euro zurück, nur noch knapp sechs Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom 14. Juli. Der Grund liegt nicht im operativen Geschäft, sondern im Übernahmepoker mit UniCredit — und in einem bemerkenswerten Kurswechsel der Bundesregierung.

UniCredit kontrolliert fast die Hälfte der Bank

Die Italiener haben ihre Position deutlich ausgebaut. Bis zum Fristende am 3. Juli nahmen Aktionäre das Übernahmeangebot für 17,6 Prozent der Commerzbank-Anteile an. Zusammen mit dem bisherigen Bestand von 26,77 Prozent kontrolliert UniCredit damit rechnerisch 44,37 Prozent.

Es geht aber noch weiter. Über Kaufoptionen hat sich UniCredit Zugriff auf weitere 3,22 Prozent gesichert. Nach eigenen Angaben des Konzerns ist diese Aufstockung bereits vollzogen — macht in Summe 47,59 Prozent aller Commerzbank-Aktien.

Bei den Stimmrechten fällt der Anteil sogar noch höher aus. Zieht die Commerzbank wie geplant eigene Aktien aus ihrem Rückkaufprogramm ein, steigt UniCredits Stimmanteil auf 49,65 Prozent. Der Grund: Eigene Aktien der Bank sind nicht stimmberechtigt.

Der eigentliche Vollzug bleibt trotzdem offen. Die EZB muss den Kauf noch genehmigen, laut aktuellen Berichten dürfte das erst 2027 der Fall sein.

Bundesregierung bereitet Bedingungen vor

Berlin stellt sich zunehmend auf eine Übernahme durch UniCredit ein. Die Bundesregierung bereitet laut Bloomberg wesentliche Forderungen für mögliche Gespräche mit den Italienern vor. Konkrete Termine gibt es noch nicht, offizielle Verhandlungen dürften aber irgendwann folgen.

Zwei Punkte stehen dabei im Zentrum. Berlin will die Rolle der Commerzbank als Finanzierer des deutschen Mittelstands erhalten, insbesondere ihr internationales Netzwerk und ihr Handelsfinanzierungsgeschäft. Zudem könnte die Regierung auf einer eigenständigen Börsennotierung bestehen.

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte bereits vergangenen Mittwoch die Richtung vorgegeben. Eine Fusion werde die Regierung nicht verhindern, das habe sie auch nie getan. Die Art und Weise, wie UniCredit-Chef Andrea Orcel vorgegangen sei, gefalle ihm allerdings nicht. Europa brauche große, wettbewerbsfähige Banken, ergänzte Merz.

Eine Stellungnahme von Regierungssprechern blieb aus. Auch UniCredit und Commerzbank äußerten sich auf Anfrage nicht.

EZB-Zinsentscheid und Quartalszahlen im Blick

Die kommende Handelswoche bringt zusätzlichen Stoff für Bewegung. Am Donnerstag entscheidet die EZB über die Zinsen — für Bankaktien wie die Commerzbank traditionell ein wichtiger Termin. Am Freitag folgen die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und die Eurozone.

Am 6. August legt die Commerzbank dann ihre Zahlen zum zweiten Quartal vor. Bis dahin dürfte der Kurs zwischen zwei Kräften pendeln: der geldpolitischen Entscheidung der EZB und der Frage, wann Berlin und UniCredit tatsächlich an den Verhandlungstisch treten. Solange keine offiziellen Gesprächstermine feststehen, bleibt die Nervosität im Kurs eingepreist.

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Commerzbank Aktie

37,32 EUR

+ 0,21 EUR +0,57 %
KGV 14,25
Sektor Finanzdienstleistungen
Div.-Rendite 3,03 %
Marktkapitalisierung 40,34 Mrd. EUR
Ø Kursziel 41,80 EUR
ISIN: DE000CBK1001 WKN: CBK100

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