Commerzbank Aktie: Bund prüft 13-Prozent-Sperrminorität
Bund prüft Aufstockung auf 13 Prozent, während UniCredit eine schnelle Fusion vorerst ausschließt. Die Commerzbank präsentiert am Donnerstag neue Quartalszahlen.

Kurz zusammengefasst
- Bund erwägt höhere Commerzbank-Beteiligung
- UniCredit verschiebt Fusionspläne vorerst
- Commerzbank meldet starkes erstes Quartal
- Analysten sehen weiteres Kurspotenzial
Im festgefahrenen Übernahmestreit zwischen der Commerzbank und der italienischen UniCredit zeichnet sich eine neue Wendung ab. Die Bundesregierung prüft laut übereinstimmenden Berichten mehrerer Finanzportale, ob sie ihre Beteiligung an der Frankfurter Bank auf eine Sperrminorität von 13 Prozent aufstockt. Ein solcher Schritt würde den Staat rund 5,5 Milliarden Euro kosten. Einen offiziellen Beschluss gibt es bislang nicht. Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp sucht nach den Angaben zugleich den Dialog mit UniCredit, das nach eigener Einschätzung Anteile von bis zu 47,59 Prozent kontrollieren könnte.
Der Vorstoß aus Berlin fällt in eine Phase, in der UniCredit selbst offenbar auf Zeit spielt. Nach einem Bericht der WELT plant der italienische Konzern, die Commerzbank und die eigene Tochter HypoVereinsbank für zwei bis drei Jahre eigenständig weiterzuführen. Das deutet darauf hin, dass eine schnelle Fusion vorerst vom Tisch ist – auch wenn UniCredit strategisch am deutschen Markt festhält.
Aktionäre lehnen Andienung ab
Rückenwind für die Eigenständigkeitsstrategie liefert das Verhalten der eigenen Aktionäre. Von den Streubesitz-Anteilseignern nahmen lediglich 1,29 Prozent ein Umtauschangebot von UniCredit an, kein einziger institutioneller Investor griff zu. Finanzminister Lars Klingbeil hatte das Vorgehen des italienischen Instituts zuvor als inakzeptabel bezeichnet und die Unabhängigkeit der Commerzbank verteidigt. Der Bund selbst hält aktuell rund 12 Prozent der Anteile. Der EZB-Vizepräsident hatte die deutsche Haltung im Mai dagegen kritisiert und für eine grenzüberschreitende Konsolidierung des europäischen Bankensektors geworben – ein Hinweis darauf, dass der Streit auch auf europäischer Ebene politisch aufgeladen ist.
Zahlen am Donnerstag im Fokus
Operativ steht die Commerzbank robust da. Im ersten Quartal 2026 legte das operative Ergebnis um 11 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu, unter dem Strich blieb ein Konzernergebnis von 913 Millionen Euro. Für das laufende Jahr peilt das Management einen Gewinn von mindestens 3,4 Milliarden Euro an. Die Bank hatte für 2025 eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie ausgeschüttet und einen Aktienrückkauf über 524 Millionen Euro abgeschlossen. Bemerkenswert: Orlopp und ihr Vorstandskollege Schaufler kauften jeweils 5.000 eigene Aktien zum Kurs von 34,25 Euro – ein Signal des Vertrauens in die künftige Entwicklung.
Anleger richten den Blick nun auf Donnerstag, wenn die Commerzbank ihre Zahlen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr vorlegt. Im Zentrum steht dabei auch die im Rahmen der Strategie „Momentum 2030“ verfolgte Ausrichtung: Bis 2030 soll die Eigenkapitalrendite auf 21 Prozent steigen, unterstützt durch Investitionen von 600 Millionen Euro in Künstliche Intelligenz. Parallel läuft der angekündigte Stellenabbau von 3.900 Vollzeitstellen bis 2027, während gleichzeitig neue Stellen in Polen und Asien entstehen.
Analysten bleiben zuversichtlich
An der Börse honorieren Investoren die Kombination aus solider operativer Entwicklung und ungeklärtem Übernahmepoker bislang mit stabiler Kursentwicklung. Die Aktie notiert aktuell bei 37,91 Euro und liegt damit 0,48 Prozent im Plus. Seit Jahresbeginn steht ein Zuwachs von gut 5 Prozent zu Buche. Zum 52-Wochen-Hoch von 39,18 Euro, erst kürzlich markiert, fehlen der Aktie derzeit noch gut 3 Prozent.
Am Kapitalmarkt überwiegt der Optimismus: RBC bewertet die Aktie mit „Outperform“ und einem Kursziel von 43 Euro, die Deutsche Bank vergibt eine Kaufempfehlung mit einem Zielwert von 42 Euro. Beide Kursziele liegen deutlich über dem aktuellen Niveau und signalisieren, dass die Analysten trotz des ungelösten Übernahmestreits weiteres Aufwärtspotenzial sehen. Ob der Bund tatsächlich zur Sperrminorität greift, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen – die anstehenden Quartalszahlen am Donnerstag könnten dabei zusätzliche Argumente für die Eigenständigkeit der Frankfurter Bank liefern.
Commerzbank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Commerzbank-Analyse vom 3. August liefert die Antwort:
Die neusten Commerzbank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Commerzbank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 3. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Commerzbank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...