Commerzbank Aktie: Citigroup erhöht Kursziel auf 40 Euro

Commerzbank signalisiert Gesprächsbereitschaft mit UniCredit. Analysten bleiben trotz Kurszielanhebung vorsichtig, während die EZB-Entscheidung ansteht.

Redaktion Stock-World ·
Abstrakte Darstellung einer modernen Glasfassade im Sonnenlicht als Symbol für finanzielles Wachstum und Marktoptimismus. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Commerzbank öffnet sich für Fusionsgespräche
  • Citigroup hebt Ziel, bleibt aber neutral
  • Aktie notiert nahe am 52-Wochen-Hoch
  • EZB-Entscheidung über Übernahme steht aus

Nach monatelangem Widerstand bewegt sich die Commerzbank auf UniCredit zu. Ende Juli gab das Frankfurter Institut seinen ablehnenden Kurs gegenüber einer Fusion auf, wie DER AKTIONÄR berichtete.

Unmittelbar nach der Vorlage der Quartalszahlen am vergangenen Donnerstag setzten Vorstandschefin Bettina Orlopp und die Führungsspitze von UniCredit eine Videokonferenz an. Damit rückt ein Thema in den Vordergrund, das lange als Blockade galt: die Bereitschaft der Commerzbank, überhaupt ernsthaft über eine Zusammenführung zu sprechen.

Citigroup bremst trotz höherem Kursziel

Nicht alle Analysten teilen den Optimismus, der die Aktie zuletzt getragen hat. Citigroup erhöhte gestern ihr Kursziel für die Commerzbank von 38 auf 40 Euro, beließ das Rating jedoch bei „Neutral“. Die Zurückhaltung fällt auf, weil andere Häuser deutlich weiter gehen.

Mit einem aktuellen Kurs von 39,18 Euro notiert die Aktie bereits nahe an der neuen Citigroup-Marke – für die Wall-Street-Bank offenbar Grund genug, keine Kaufempfehlung auszusprechen, obwohl der Rekordgewinn und der laufende Übernahmeprozess die Fantasie vieler Investoren beflügeln.

Der Kurs selbst bewegt sich seit Wochen in einer bemerkenswert stabilen Aufwärtsspur. Er liegt derzeit 4,22 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 37,59 Euro und nur noch 1,68 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 39,85 Euro, das erst am 6. August markiert wurde.

Diese Nähe zum Jahreshoch erklärt zumindest teilweise, warum ein Haus wie Citigroup trotz höherem Kursziel abwartend bleibt: Viel von der positiven Nachrichtenlage scheint bereits eingepreist.

S&P strich den positiven Ausblick

Auf der Risikoseite hat die Ratingagentur S&P bereits mit einer Warnung reagiert. Am 16. Juli strich sie der Commerzbank ihren positiven Rating-Ausblick, weil sich ein Kontrollwechsel durch UniCredit abzeichnet.

Eine solche Anpassung signalisiert, dass die Agentur die Übernahme nicht mehr als reine Randnotiz behandelt, sondern als Faktor mit unmittelbarer Bonitätsrelevanz einstuft. Für Anleger ist das ein Hinweis darauf, dass der Deal längst über den Aktienkurs hinaus Wirkung zeigt.

Politisch hatte sich zuvor bereits Bewegung angedeutet. Bundeskanzler Merz erklärte am 15. Juli auf seiner Sommerpressekonferenz, man werde die Fusion nicht verhindern. Diese Aussage nahm einen Teil der Unsicherheit aus dem Prozess und dürfte mit dazu beigetragen haben, dass die Commerzbank ihre ablehnende Haltung wenige Tage später aufgab.

Was als Nächstes ansteht

Der regulatorische Fahrplan ist inzwischen klar umrissen. Die BaFin hatte den Antrag von UniCredit zum Überschreiten der 30-Prozent-Schwelle Anfang August für vollständig erklärt und an die Europäische Zentralbank weitergereicht.

Die EZB hat nun eine gesetzliche Frist von 60 Arbeitstagen für ihre Entscheidung, die sich um bis zu 20 weitere Arbeitstage verlängern lässt – ein Zeitfenster, das grob von Anfang Oktober bis Anfang Dezember reicht. Parallel stehen noch Genehmigungen der EU-Kartellbehörden, der US-Notenbank Federal Reserve und der polnischen Aufsichtsbehörde aus.

Bis dahin dürfte der Fokus der Anleger auf zwei Fragen liegen: Wie schnell verdichten sich die nun aufgenommenen Gespräche zwischen Orlopp und UniCredit zu konkreten Fusionsschritten? Und wie reagieren weitere Analystenhäuser, wenn sich der Ausgang des EZB-Verfahrens konkretisiert?

Mit einer Marktkapitalisierung von 42,15 Milliarden Euro und einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von knapp 28,75 Prozent bleibt die Commerzbank-Aktie für Anleger ein Papier, dessen Kursverlauf zunehmend vom Fortgang der Übernahmegespräche getrieben wird – weniger von den nun schon breit bekannten Rekordzahlen des zweiten Quartals.

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Commerzbank Aktie

37,89 EUR

– 0,06 EUR -0,16 %
KGV 14,52
Sektor Finanzdienstleistungen
Div.-Rendite 2,92 %
Marktkapitalisierung 40,95 Mrd. EUR
Ø Kursziel 41,18 EUR
ISIN: DE000CBK1001 WKN: CBK100

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