Commerzbank Aktie: Creditreform erwartet 2,08 Prozent Ausfallrate
Steigende Ausfallraten im Mittelstand belasten die Commerzbank, während UniCredit starke Quartalszahlen vorlegt und die Messlatte für die Branche hoch setzt.

Kurz zusammengefasst
- Kreditrisiken im Mittelstand steigen
- UniCredit mit starkem Quartalsgewinn
- Aktie nahe am Jahreshoch notiert
- RSI signalisiert technische Überhitzung
Der deutsche Mittelstand schwächelt — und das trifft die Commerzbank direkt. Während die Aktie knapp unter ihrem Jahreshoch notiert, steigen die Kreditrisiken im Kernmarkt.
Ausfallraten klettern im Mittelstand
Die Ratingagentur Creditreform erwartet für 2026 eine Unternehmensausfallrate von 2,08 Prozent in Deutschland. Im Vorjahr lag sie noch bei 1,88 Prozent. Besonders kleine Firmen mit einem Jahresumsatz zwischen 0,5 und 2 Millionen Euro überschreiten bereits die Zwei-Prozent-Marke. Verkehr, Logistik und Bau sind die am stärksten betroffenen Branchen.
Für die Commerzbank ist das relevant. Das Institut hält traditionell eine starke Position im deutschen Mittelstandsgeschäft. Höhere Ausfallraten bedeuten in der Regel höhere Risikovorsorge — und das drückt auf den Gewinn.
UniCredit setzt die Messlatte hoch
Während die Risiken im Heimatmarkt steigen, liefert Wettbewerber UniCredit beeindruckende Zahlen. Die Italiener meldeten für das erste Quartal 2026 einen Nettogewinn von 3,2 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalrendite lag bei 25,8 Prozent, die harte Kernkapitalquote bei 14,2 Prozent.
Für das Gesamtjahr peilt UniCredit mindestens 11 Milliarden Euro Nettogewinn an. Das sind Zahlen, die Druck auf die gesamte europäische Bankenbranche ausüben — auch auf Frankfurt.
Hinzu kommt: UniCredit gilt weiterhin als potenzieller strategischer Akteur im europäischen Bankensektor. Die Commerzbank bleibt dabei im Blickfeld.
Kurs nahe am Jahreshoch, RSI signalisiert Überhitzung
Die Commerzbank-Aktie schloss am Freitag bei 36,91 Euro — ein Plus von 0,63 Prozent. Der Kurs liegt damit nur rund zwei Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 37,75 Euro. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt bei etwa 37 Euro. Luft nach oben ist also begrenzt.
Der RSI von 72,5 zeigt, dass die Aktie technisch überkauft ist. Das bedeutet nicht zwingend eine Korrektur. Es signalisiert aber, dass frische Impulse nötig sind, um den Aufwärtstrend zu stützen.
Im Mai gehörte die Commerzbank nicht zu den DAX-Spitzenreitern. Infineon und Adidas dominierten die Performance-Liste. Im Juni könnten Dividendenausschüttungen im Bankensektor — darunter bei der Deutschen Bank — das Interesse an Finanztiteln neu entfachen. Ob das reicht, um die 37-Euro-Marke nachhaltig zu knacken, hängt vor allem davon ab, wie stark die steigenden Kreditrisiken die nächsten Quartalszahlen belasten.
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