Commerzbank Aktie: Cum-Ex-Anklage gegen vier Ex-Banker
Frankfurter Staatsanwaltschaft klagt vier Ex-Banker der Commerzbank wegen schwerer Steuerhinterziehung an. Parallel wächst der Einfluss von UniCredit auf fast 50 Prozent der Stimmrechte.

Kurz zusammengefasst
- Anklage gegen vier frühere Mitarbeiter
- Steuerschaden von über 20 Millionen Euro
- UniCredit nähert sich 50-Prozent-Schwelle
- Aktie bleibt trotz Nachrichten stabil
Zwei Fronten, ein Institut: Während die Commerzbank mit UniCredit um ihre Zukunft ringt, holt sie die Vergangenheit ein. Die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft hat vier ehemalige Mitarbeiter des Instituts angeklagt. Der Vorwurf: schwere Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Cum-Ex-Geschäften.
Vier Ex-Banker im Visier der Justiz
Die Anklage betrifft Aktientransaktionen aus dem Jahr 2008. Angeklagt sind zwei Briten, ein Deutscher und ein US-Amerikaner. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft entstand dem deutschen Fiskus durch diese Geschäfte ein Schaden von mehr als 20 Millionen Euro.
Die Commerzbank selbst ist an dem Verfahren nicht beteiligt. Ein Sprecher des Instituts stellte klar, man kommentiere grundsätzlich keine rechtlichen Verfahren gegen Dritte. Der Fall zeigt trotzdem: Die Cum-Ex-Aufarbeitung reicht auch 2026 noch tief in die deutsche Bankenlandschaft hinein.
Orcel gibt sich gelassen
Parallel zur juristischen Aufarbeitung läuft der Übernahmepoker mit UniCredit weiter. CEO Andrea Orcel betonte am Donnerstag erneut, seine Bank stehe nicht unter Zeitdruck. Man könne den Commerzbank-Anteil notfalls auch wieder verkaufen, sollte sich keine gemeinsame Basis für eine Fusion finden.
Am Markt gilt diese Aussage als taktisches Signal. Orcel will damit seine Verhandlungsposition gegenüber dem Commerzbank-Management und der Bundesregierung stärken. Für grenzüberschreitende Fusionen dieser Größenordnung brauche es Einigkeit auf beiden Seiten, so der UniCredit-Chef.
Die 50-Prozent-Marke rückt näher
Trotz der demonstrativen Gelassenheit wächst die Machtposition der Italiener weiter. Die Commerzbank hat eigene Aktien eingezogen. Dadurch ist der Stimmrechtsanteil von UniCredit automatisch gestiegen, ganz ohne eigene Zukäufe.
Eigene Aktien tragen keine Stimmrechte. Sinkt jedoch die Gesamtzahl der Aktien, verschiebt sich die prozentuale Gewichtung aller übrigen Anteilseigner. Bezieht man die gehaltenen Call-Optionen ein, kommt UniCredit inzwischen auf 49,65 Prozent der Stimmrechte. Die strategisch entscheidende 50-Prozent-Schwelle ist damit zum Greifen nah.
Die Commerzbank-Aktie reagierte am Donnerstag kaum auf die Nachrichtenlage und schloss nahezu unverändert bei 38,41 Euro. Die Ruhe an der Börse täuscht: Mit der Cum-Ex-Anklage und der schleichenden Annäherung an die 50-Prozent-Marke bei UniCredit bleiben zwei Baustellen offen, die sich jederzeit zuspitzen können.
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