Commerzbank Aktie: DZ Bank hebt Kursziel auf 46 Euro
DZ Bank erhöht Kursziel für Commerzbank auf 46 Euro und sieht Übernahme durch UniCredit als Basisszenario. Aktie notiert nahe Rekordhoch.
Kurz zusammengefasst
- Kursziel auf 46 Euro erhöht
- Übernahme durch UniCredit als Basisszenario
- EZB-Prüfung des Übernahmeantrags läuft
- Aktie nahe 52-Wochen-Hoch
Die Analysten der DZ Bank haben ihre Einschätzung zur Commerzbank am Samstag angepasst und den fairen Wert für die Aktie von 42 auf 46 Euro angehoben. Die Kaufempfehlung bleibt bestehen.
Bemerkenswert an dem Schritt: Die DZ Bank legt der Bewertung nun eine Übernahme durch UniCredit als Basisszenario zugrunde – noch zu Jahresbeginn hatten die Analysten diese Möglichkeit anders gewichtet. Gemessen am aktuellen Kursniveau von 39,20 Euro ergäbe sich daraus ein Potenzial von rund 17 Prozent.
Der neue Kurszielsprung fällt in eine Phase, in der sich die Fronten zwischen Commerzbank und UniCredit weiter entspannen. Vor gut einer Woche hatte die Bundesregierung bei der Übernahme eingelenkt, und Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp hatte sich seither wiederholt gesprächsbereit gezeigt.
Die Rekordzahlen zum ersten Halbjahr, ebenfalls vor gut einer Woche vorgelegt, untermauerten aus Sicht der DZ Bank die operative Stärke des Instituts – unabhängig vom Ausgang der Übernahmegespräche.
Analysten uneins über den fairen Wert
Nicht alle Häuser bewerten die Aussichten so optimistisch wie die DZ Bank. RBC Capital Markets bestätigte am 6. August sein „Outperform“-Rating mit einem Kursziel von 43 Euro und verwies auf ein Quartal, das die Erwartungen übertroffen habe, auch wenn der Geschäftsmix durchwachsen bleibe.
Die Deutsche Bank Research bekräftigte am 7. August ihre „Buy“-Einschätzung mit Kursziel 42 Euro und würdigte die bessere als erwartete Geschäftsentwicklung, mahnte aber ebenfalls den Geschäftsmix an. JPMorgan zeigte sich mit einer leichten Anhebung von 37 auf 38 Euro deutlich zurückhaltender und beließ es beim „Neutral“-Rating wegen eines aus ihrer Sicht kleinen Abwärtspotenzials.
Insgesamt kommen die sieben von Analysten erfassten Kursziele auf einen Durchschnitt von 39,80 Euro, bei einer Spanne von 30 bis 46 Euro. Die Bandbreite zeigt, wie unterschiedlich der Ausgang des Übernahmepokers mit UniCredit derzeit eingepreist wird.
Regulatorisches Verfahren läuft weiter
Der Fall liegt inzwischen bei der Europäischen Zentralbank. Die BaFin hatte den Antrag von UniCredit auf eine Mehrheitsbeteiligung an der Commerzbank Anfang August als vollständig eingestuft und zur Entscheidung an die EZB weitergeleitet. Diese hat nach eigenen Regeln 60 Arbeitstage Zeit, mit der Möglichkeit einer Verlängerung um bis zu 20 Tage.
Marktbeobachter rechnen mit einer Genehmigung im vierten Quartal. UniCredit hält nach der abgeschlossenen Annahmefrist im Juli rund 49,65 Prozent der Stimmrechte, vorbehaltlich der behördlichen Freigabe.
Was das für die Aktie bedeutet
Der Kurs der Commerzbank notiert aktuell bei 39,20 Euro und damit nur 1,63 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 39,85 Euro, das erst am 6. August markiert wurde.
Zum 50-Tage-Durchschnitt von 37,60 Euro beträgt der Abstand 4,26 Prozent – ein Zeichen dafür, dass sich der jüngste Aufwärtstrend fortsetzt, auch wenn die Dynamik der vergangenen Woche mit einem Plus von 0,03 Prozent auf Sieben-Tage-Sicht deutlich nachgelassen hat. Der RSI von 58,7 signalisiert dabei weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Situation.
Für Anleger bleibt die Aktie damit ein Wett auf den Ausgang zweier paralleler Prozesse: die EZB-Prüfung der Übernahme und die operative Entwicklung des Instituts, die zuletzt mit einem Nettoergebnis von 1,81 Milliarden Euro im ersten Halbjahr überzeugte. Die DZ Bank signalisiert mit ihrer Kurszielanhebung, dass sie in beiden Szenarien – ob eigenständig oder unter UniCredit-Kontrolle – weiteres Potenzial für die Aktie sieht.
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