Commerzbank Aktie: Ermutigende Zahlen veröffentlicht

Vor der Hauptversammlung im Mai erhöht UniCredit ihren Anteil an der Commerzbank auf knapp 27 Prozent. Die Eigenständigkeitsstrategie des Vorstands steht auf dem Prüfstand.

Dr. Robert Sasse ·
Commerzbank Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Record Date für Hauptversammlung am 28. April
  • UniCredit-Anteil auf 26,77 Prozent gestiegen
  • Dividendenerhöhung auf 1,10 Euro vorgeschlagen
  • mBank-Beteiligung erschwert mögliche Übernahme

Die Commerzbank steht vor einer entscheidenden Woche. Zwei Termine setzen den Rahmen: der Record Date am Dienstag für die Mai-Hauptversammlung — und im Hintergrund ein Übernahmepoker, der an Intensität gewinnt.

Wer abstimmt, entscheidet mit

Am 28. April wird festgelegt, welche Aktionäre auf der ordentlichen Hauptversammlung am 20. Mai in Wiesbaden stimmberechtigt sind. Nur wer an diesem Dienstag im Aktienregister steht, darf über die Tagesordnung abstimmen — darunter die Entlastung des Managements und eine vorgeschlagene Dividende von 1,10 Euro je Aktie für 2025. Das wäre eine deutliche Steigerung gegenüber den 0,65 Euro des Vorjahres.

Vorstandschefin Bettina Orlopp und Aufsichtsratschef Jens Weidmann werben offensiv für ihre Eigenständigkeitsstrategie „Momentum“. Die Abstimmung auf der Hauptversammlung wird damit zur direkten Kraftprobe mit dem größten Einzelaktionär.

UniCredit erhöht den Druck

Laut Stimmrechtsmitteilungen vom 23. April hat UniCredit ihren direkten Anteil auf 26,77 Prozent ausgebaut — zuvor waren es 26,04 Prozent. Rechnet man derivative Instrumente hinzu, die Zugriff auf weitere 5,87 Prozent ermöglichen, nähert sich das potenzielle Stimmgewicht der Mailänder der 33-Prozent-Marke.

Marktbeobachter werten die jüngsten Zukäufe als gezielte Positionierung vor der Hauptversammlung. Die Strategie: sukzessive über den freien Markt Einfluss aufbauen, ohne ein formelles Übernahmeangebot stellen zu müssen — zumindest vorerst.

mBank als Rechenfaktor

Ein regulatorisches Detail könnte die Übernahmekalkulation komplizieren. Die Commerzbank hält mehr als 50 Prozent an der polnischen mBank. Ein Kontrollwechsel auf Ebene der Mutter würde unter Umständen ein Pflichtangebot für die verbleibenden mBank-Aktionäre auslösen — zusätzlicher Kapitalbedarf, der ein Gesamtangebot, das der Markt derzeit auf rund 35 Milliarden Euro taxiert, verteuern würde.

Die Commerzbank-Aktie schloss die vergangene Woche bei 33,94 Euro — ein Minus von knapp sechs Prozent auf Sieben-Tage-Sicht. Auf Jahressicht steht trotzdem ein Plus von über 44 Prozent, was zeigt, wie stark der Übernahmedruck den Kurs bereits getrieben hat.

Quartalszahlen als nächster Prüfstein

Nach dem Record Date folgt am 8. Mai der Quartalsbericht für das erste Quartal 2026. Analysten erwarten Hinweise darauf, ob das Institut seine operativen Jahresziele — gestützt durch stabile Erträge im Mittelstandsgeschäft — nach oben anpassen kann. Starke Zahlen würden Orlopp ein weiteres Argument liefern, warum die Bank alleine besser fährt als unter Mailänder Regie.

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Commerzbank Aktie

35,93 EUR

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KGV 16,97
Sektor Finanzdienstleistungen
Div.-Rendite 3,07 %
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ISIN: DE000CBK1001 WKN: CBK100

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