Commerzbank Aktie: EZB entscheidet über UniCredit-Mehrheit
Die Commerzbank-Aktie gibt nach, während UniCredit auf eine Entscheidung zur Stimmrechtsmehrheit wartet und die Bank ihre Gewinnziele anhebt.

Kurz zusammengefasst
- Aktie verliert 2,6 Prozent
- UniCredit hält 49,65 Prozent
- EZB-Entscheidung steht noch aus
- Gewinnziel auf 3,4 Milliarden erhöht
Am Freitag verzeichnete die Commerzbank-Aktie einen Kursrückgang von 2,6 Prozent und ging bei 40,37 Euro aus dem Handel. Nach dem jüngsten Anstieg auf Mehrjahreshochs traten im Handel spürbare Gewinnmitnahmen auf. Das Papier notiert damit 6,9 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Regulierungsbehörden prüfen UniCredit-Vorstoß
Während Marktteilnehmer Kursgewinne realisierten, schreitet das Übernahmeverfahren weiter voran. Medienberichten zufolge leitete die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht den Kontrollantrag der italienischen Großbank UniCredit an die Europäische Zentralbank weiter. UniCredit hat sich inzwischen Zugriff auf 49,65 Prozent der Stimmrechte gesichert.
Das Institut strebt die operative Kontrolle über das Frankfurter Bankhaus noch im vierten Quartal 2026 an. Die formelle Entscheidung der Europäischen Zentralbank über die angestrebte Stimmrechtsmehrheit steht derzeit noch aus.
Bund stellt Bedingungen im Fusionspoker
Flankiert wird das behördliche Verfahren von politischen Gesprächen über die Zukunft des Frankfurter Instituts. Vor gut einer Woche empfing Bundesfinanzminister Klingbeil UniCredit-Chef Orcel im Berliner Regierungsviertel. Die Bundesregierung knüpft ihre Haltung an konkrete Vorgaben.
Gefordert werden Garantien für den Erhalt des Standorts Frankfurt und der Börsennotierung. Zudem verlangt der Bund einen weitreichenden Beschäftigungsschutz ohne betriebsbedingte Kündigungen sowie zwei Sitze im Aufsichtsrat der Bank.
Kapitalrückkauf und operative Entwicklung
Parallel zum Ringen um die Eigentümerstruktur treibt das Geldhaus eigene Kapitalmaßnahmen voran. Die Bank startete ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 1,2 Milliarden Euro für das Geschäftsjahr 2026. Zwischen dem 4. und 11. September erwarb das Institut bereits 2,24 Millionen eigene Anteilsscheine über den Markt.
Das Management hob das Ziel für den Jahresüberschuss 2026 auf mindestens 3,4 Milliarden Euro an. Die langfristige Strategie „Momentum 2030“ sieht zudem Investitionen in Künstliche Intelligenz von rund 600 Millionen Euro bis 2030 vor.
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