Commerzbank Aktie: EZB genehmigt 1,2-Milliarden-Rückkauf

Commerzbank meldet bestes Halbjahr der Firmengeschichte, hebt die Jahresziele an und treibt parallel die Gespräche mit der UniCredit voran.

Dr. Robert Sasse ·
Commerzbank Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Rekordgewinn im ersten Halbjahr
  • Jahresprognose auf 3,4 Milliarden angehoben
  • EZB genehmigt Aktienrückkauf über 1,2 Milliarden
  • Weidmann bittet Bund um Aktienverbleib

Die Commerzbank hat ihr bestes Halbjahresergebnis der Unternehmensgeschichte vorgelegt und gleichzeitig ihre Jahresprognose angehoben – während die Übernahmesituation mit UniCredit auf mehreren Ebenen an Fahrt aufnimmt. Beide Entwicklungen laufen derzeit parallel und prägen das Bild der Aktie, die am heutigen Montag bei 39,56 Euro und damit 1,2 Prozent im Plus notiert.

Gewinn springt, Guidance steigt

Im ersten Halbjahr 2026 erzielte die Bank einen Nettogewinn von 1,81 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis kletterte um 14 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal übertraf der Nettogewinn von 898 Millionen Euro die Analystenschätzung von 856 Millionen Euro deutlich.

Auf Basis dieser Entwicklung hob das Institut seine Nettoergebnis-Guidance für das Gesamtjahr 2026 von zuvor mehr als 3,2 Milliarden Euro auf mindestens 3,4 Milliarden Euro an.

Parallel zu den starken Zahlen genehmigte die EZB ein neues Aktienrückkaufprogramm über bis zu 1,2 Milliarden Euro. Der Einzug der zuletzt zurückgekauften Aktien wurde inzwischen abgeschlossen – mit einer bemerkenswerten Nebenwirkung: Weil eingezogene Aktien aus dem Gesamtbestand herausfallen, stieg der rechnerische Anteil von UniCredit dadurch automatisch von 47,59 Prozent auf 49,65 Prozent, ohne dass die Italiener selbst weitere Aktien zukaufen mussten.

Übernahmeprozess bleibt in der Schwebe

Die Frist für UniCredits Übernahmeangebot war bereits im Juli abgelaufen; angedient wurden 17,6 Prozent der Commerzbank-Aktien, wovon nur 2,7 Prozent von institutionellen Investoren und Privatanlegern stammten. Die Europäische Zentralbank hatte Mitte August signalisiert, tendenziell keine grundsätzlichen Einwände gegen eine Übernahme zu haben – eine abschließende förmliche Genehmigung steht jedoch noch aus und wird für den Herbst erwartet.

In diesem Umfeld hat sich Aufsichtsratschef Jens Weidmann in der vergangenen Woche an den Bund gewandt und dazu aufgefordert, vorerst Aktionär zu bleiben. Er warnte zugleich vor Lücken im Übernahmerecht im Zusammenhang mit dem UniCredit-Angebot. Erst kürzlich hatte die Bundesregierung Gesprächsbereitschaft über einen möglichen Verkauf ihrer 12,7-Prozent-Beteiligung signalisiert, sollte zuvor eine Strategie-Einigung mit UniCredit erzielt werden.

Auf operativer Ebene laufen inzwischen erste formale Gespräche zwischen UniCredit-Chef Andrea Orcel und Commerzbank-CEO Bettina Orlopp. Themen sind Integrationsfragen in den Bereichen Rechnungswesen, Recht und Risikomanagement – ein Zeichen dafür, dass sich beide Seiten trotz der ungeklärten Eigentümerfrage bereits auf mögliche gemeinsame Strukturen vorbereiten.

Analysten sehen weiteres Potenzial

Nach der Vorlage der Halbjahreszahlen reagierten mehrere Analysehäuser mit angehobenen Einschätzungen. Die DZ Bank erhöhte ihren fairen Wert für die Aktie auf 46 Euro und bestätigte das Rating „Kaufen“. Deutsche Bank Research beließ sein Kursziel bei 42 Euro und das Rating auf „Buy“. Damit signalisieren beide Häuser aus der ersten Augusthälfte weiteres Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Kursniveau.

Chartseitig bewegt sich die Aktie derzeit rund 1,4 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 40,11 Euro, das erst am 13. August markiert wurde. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 9,6 Prozent zu Buche – ein Beleg dafür, dass Anleger die Kombination aus operativer Stärke und ungeklärter Eigentümerstruktur bislang eher als Chance denn als Risiko einpreisen.

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