Commerzbank Aktie: Frontalangriff zum Sparpreis

Die italienische Großbank legt ein unterbewertetes Angebot vor, um die 30-Prozent-Hürde zu nehmen. Commerzbank-Chefin Orlopp fordert konkrete Pläne, während die Politik Widerstand leistet.

Kurz zusammengefasst:
  • Unaufgeforderte Offerte liegt deutlich unter aktuellem Kurs
  • Ziel ist Erreichen der 30-Prozent-Stimmrechtsgrenze
  • Orlopp signalisiert bedingte Gesprächsbereitschaft
  • Bundesregierung lehnt Übernahme entschieden ab

Die Mailänder UniCredit zieht im Ringen um die Commerzbank die nächste Karte und legt ein unaufgefordertes 35-Milliarden-Euro-Angebot auf den Tisch. Was Konzernchefin Bettina Orlopp als Überraschungsangriff wertet, zwingt das Frankfurter Geldhaus nun zu einer klaren Positionierung. Bemerkenswert ist dabei ein subtiler Strategiewechsel in der Chefetage.

Hinter der Offerte steckt ein gezieltes taktisches Kalkül. Das vorgeschlagene Tauschangebot von 0,485 UniCredit-Aktien je Commerzbank-Papier entspricht einem impliziten Wert von lediglich 30,80 Euro. Damit liegt das Gebot spürbar unter dem aktuellen Kursniveau von 32,52 Euro. Angesichts eines starken Kurszuwachses von über 34 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten bewertet die Frankfurter Führungsebene das Angebot als unzureichend. UniCredit zielt mit diesem bewusst niedrig angesetzten Preis nicht auf eine sofortige Vollübernahme ab. Vielmehr will die italienische Großbank die rechtliche Hürde von 30 Prozent der Stimmrechte überspringen. Gelingt dies, entfällt die Pflicht, bei künftigen Aktienkäufen am freien Markt ein erneutes Übernahmeangebot vorlegen zu müssen.

Commerzbank

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Orlopp fordert konkrete Konzepte

Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp reagierte prompt auf den Vorstoß. In einem Interview kritisierte sie die finanzielle Bewertung scharf, signalisierte aber gleichzeitig erstmals eine bedingte Gesprächsbereitschaft. Die Frankfurter verlangen vor möglichen Verhandlungen einen detaillierten Entwurf aus Mailand, der die Struktur und die Vorteile einer Fusion für beide Seiten aufzeigt. Ohne konkrete Pläne für eine wertschaffende Transaktion bleiben die Türen für UniCredit-Chef Andrea Orcel vorerst verschlossen.

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Harter Widerstand aus Berlin

Während das Management Bedingungen formuliert, formiert sich auf politischer Ebene eine breite Ablehnungsfront. Die Bundesregierung, die noch immer 12,1 Prozent der Anteile hält, positioniert sich unmissverständlich gegen den Deal. Bundeskanzler Friedrich Merz betonte den Willen, die Unabhängigkeit des Instituts zu wahren. Auch die Gewerkschaft Verdi schlägt Alarm. Arbeitnehmervertreter befürchten, dass die von UniCredit angestrebten Kostensenkungen zu massiven Stellenstreichungen bei den knapp 40.000 Mitarbeitern der Commerzbank führen würden.

Die formelle Vorlage des Angebots ist für Anfang Mai geplant. Bereits am 4. Mai will sich UniCredit auf einer außerordentlichen Hauptversammlung die nötige Kapitalerhöhung absegnen lassen. Für die Commerzbank wird der 8. Mai zum nächsten wichtigen Stichtag: Mit der Präsentation der neuen Quartalszahlen muss das Management beweisen, dass die eigenständige Strategie profitabel genug ist, um den Übernahmedruck aus Italien abzuwehren.

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