Commerzbank Aktie: Keine leichten Zeiten
Deutsche Finanzaufsicht untersagt der UniCredit unsachliche Werbung gegen die Commerzbank. Ein Übernahmeangebot wird für Mai erwartet.

Kurz zusammengefasst
- BaFin verbietet reißerische Anzeigen
- UniCredit hält knapp 30 Prozent
- Pflichtofferte droht bei Überschreitung
- Commerzbank-Aktie mit Wochenminus
Im Übernahmekonflikt um die Commerzbank greift die deutsche Finanzaufsicht hart durch. Die BaFin untersagt der UniCredit eine gezielte Negativ-Werbekampagne gegen das Frankfurter Institut. Was auf Social Media als aggressives Marketing begann, wird nun zum regulatorischen Problemfall.
Die Aufsichtsbehörde stufte die Anzeigen der Italiener als reißerisch und unsachlich ein. UniCredit hatte die Commerzbank darin öffentlich als „vernachlässigt“ und „unsicher“ betitelt. Marktbeobachter werten die Rhetorik von UniCredit-Chef Andrea Orcel als Versuch, den Aktienkurs vor einer möglichen Offerte zu drücken. Bei weiteren Verstößen droht der Mailänder Bank nun ein empfindliches Bußgeld.
Die entscheidende Meldeschwelle
Derzeit hält die UniCredit knapp unter 30 Prozent der Commerzbank-Anteile. Branchenkreisen zufolge bereiten die Italiener für Anfang Mai ein offizielles Angebot vor. Überschreiten sie die gesetzliche Schwelle von 30 Prozent, wird eine Pflichtofferte an alle Aktionäre fällig. Das Management der Commerzbank und die Bundesregierung lehnen eine Übernahme weiterhin strikt ab.
Während sich das Frankfurter Institut auf seine Eigenständigkeit konzentriert, baut die UniCredit parallel dazu andere Beteiligungen aus. Zuletzt stockte die Bank ihren Anteil am Versicherer Generali auf über neun Prozent auf. Eine außerordentliche Hauptversammlung am 4. Mai soll ferner eine Kapitalerhöhung absegnen.
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Analysten sehen Kurs nach unten abgesichert
Am Aktienmarkt hinterlässt das regulatorische Einschreiten gemischte Spuren. Zum Wochenende schloss die Commerzbank-Aktie bei 33,94 Euro und verbuchte damit auf Wochensicht ein Minus von fast sechs Prozent. Auf Jahressicht steht allerdings noch immer ein Kursgewinn von rund 44 Prozent auf der Tafel.
Barclays-Analystin Flora Bocahut stufte das Papier kürzlich auf „Overweight“ hoch. Sie hob das Kursziel deutlich auf 42 Euro an. Ihre Begründung: Der Vorstoß der UniCredit sichere den Aktienkurs nach unten ab.
Anfang Mai rückt der erwartete formelle Übernahmevorstoß der UniCredit in den Fokus. Bis dahin markiert der 50-Tage-Durchschnitt bei 33,04 Euro eine wichtige technische Unterstützungslinie für die Aktie. Fällt das offizielle Startsignal für die Übernahme, muss die italienische Bank ihre Kommunikationsstrategie zwingend an die strengen Vorgaben der deutschen Aufsicht anpassen.
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