Commerzbank Aktie: mBank-Klagen um 60 Prozent gesunken

Trotz operativem Rekordergebnis und sinkenden Risiken wächst der strategische Druck durch die italienische Großbank UniCredit.

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Commerzbank Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Operatives Ergebnis steigt auf 4,5 Milliarden Euro
  • Rechtsrisiken der polnischen Tochter mBank sinken deutlich
  • UniCredit hält knapp 30 Prozent der Anteile
  • Bis 2030 Renditeziel von 21 Prozent angepeilt

Rekordjahr, bessere Rechtslage, ambitionierte Ziele — und trotzdem wächst bei der Commerzbank der Druck. Der operative Rückenwind reicht bislang nicht, um die strategischen Zweifel zu vertreiben. UniCredit kontrolliert mittlerweile knapp 30 Prozent der Anteile und hält damit den Machtfaktor in der Hand.

Starke Zahlen, teure Umbauphase

Im Geschäftsjahr 2025 steigerte die Commerzbank ihr operatives Ergebnis um 18 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro. Das gibt dem Vorstand Argumente für die Eigenständigkeit.

Die Ertragskraft kommt zur richtigen Zeit. Denn die Bank muss Investoren davon überzeugen, dass sie allein mehr Wert schaffen kann als unter dem Dach der Italiener.

Unter dem Strich verdiente das Institut 2,6 Milliarden Euro. Belastet wurde das Ergebnis durch rund 560 Millionen Euro Restrukturierungskosten, vor allem für den Abbau von 3.900 Stellen.

Auch die Rendite verbessert sich. Die Eigenkapitalrendite lag bei 8,7 Prozent, bereinigt spricht das Management von 10 Prozent. Für eine Bank im Verteidigungsmodus ist das wichtig, aber noch kein Freifahrtschein.

mBank-Risiken lassen nach

Entlastung kommt aus Polen. Bei der Tochter mBank haben sich die Rechtsrisiken aus Fremdwährungskrediten deutlich reduziert: Die offenen Klagen sanken um mehr als 60 Prozent auf rund 5.900 Fälle, die Risikovorsorge halbierte sich auf 483 Millionen Euro.

Das schafft finanziellen Spielraum. Wenn aus diesem Bereich keine größeren Belastungen mehr kommen, kann der Vorstand seine Ausschüttungspläne glaubwürdiger vertreten.

Die Aktie spiegelt diese Gemengelage nur teilweise wider: Am Freitag schloss sie bei 36,15 Euro, binnen zwölf Monaten steht ein Plus von 41,32 Prozent. Der RSI von 81,2 signalisiert allerdings eine technisch überhitzte Lage, auch wenn der Kurs seit Jahresanfang leicht im Minus liegt.

UniCredit bleibt der Hebel

Klaus Nieding von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz warnt, die „Schlinge“ ziehe sich langsam zu. Gemeint ist die wachsende Position von UniCredit.

Die Italiener bieten derzeit 0,485 eigene Aktien für ein Commerzbank-Papier. Eine Übernahmeprämie steckt darin nicht. Sollte UniCredit die Marke von 40 Prozent überschreiten, wäre faktische Kontrolle wahrscheinlich deutlich näher.

Auch die Gremienfrage rückt näher. Eine Neubesetzung des Aufsichtsrats könnte 2027 auf die Agenda kommen. Für den Vorstand um Bettina Orlopp erhöht das den Zeitdruck.

Bis 2030 soll die Eigenkapitalrendite auf 21 Prozent steigen, der Nettogewinn auf 5,9 Milliarden Euro. Das ist die zentrale Botschaft an den Markt: Die Commerzbank will allein schneller profitabler werden.

Die Erträge sollen auf 16,8 Milliarden Euro wachsen, nach zuletzt 13,2 Milliarden Euro. Die Cost-Income-Ratio soll auf 43 Prozent sinken. Dafür setzt die Bank auf KI, schlankere Prozesse und den Abbau weiterer 3.000 Stellen.

Geplant sind bis 2030 Ausschüttungen von rund 20 Milliarden Euro, etwa die Hälfte der aktuellen Marktkapitalisierung. Das ist ein starkes Signal, aber auch eine hohe Messlatte.

Für 2025 ist eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie vorgesehen, nach 0,65 Euro im Vorjahr. Solange UniCredit nahe an der Kontrollschwelle bleibt und der Bund mit seinem 13-Prozent-Anteil dagegenhält, bleibt die Commerzbank operativ stark, strategisch aber nicht frei.

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Commerzbank Aktie

38,00 EUR

– 0,45 EUR -1,17 %
KGV 13,31
Sektor Finanzdienstleistungen
Div.-Rendite 2,84 %
Marktkapitalisierung 41,07 Mrd. EUR
Ø Kursziel 41,97 EUR
ISIN: DE000CBK1001 WKN: CBK100

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