Commerzbank Aktie: Nächste Hürde gefallen

Die Bafin hat den UniCredit-Antrag zur Mehrheitsübernahme an die EZB weitergeleitet. Die Commerzbank-Aktie erreicht ein 26-Jahres-Hoch, während die Entscheidung nun bei der europäischen Bankenaufsicht liegt.

Dieter Jaworski ·
Commerzbank Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Bafin leitet Antrag an EZB weiter
  • Aktie erreicht 26-Jahres-Hoch
  • UniCredit hält wirtschaftlich 47,6 Prozent
  • Zahlen am 6. August erwartet

Die Übernahmeschlacht um die Commerzbank nimmt Fahrt auf – und der Kurs zieht mit. Die Bafin hat den Antrag von UniCredit auf eine Mehrheitsbeteiligung als vollständig eingestuft und zur Entscheidung an die Europäische Zentralbank weitergereicht. Für Anleger ist das mehr als eine Formalie: Die nationale Vorprüfung ist damit abgehakt, jetzt entscheidet die eigentliche Bankenaufsicht.

Die Commerzbank-Aktie reagierte prompt und markierte am Dienstag mit 39,72 Euro ein neues Hoch – der höchste Stand seit 26 Jahren. Im Wochenvergleich bedeutet das ein Plus von sieben Prozent. Der Börsenwert der Bank hat sich seit dem überraschenden Einstieg von UniCredit im September 2024 mehr als verdreifacht und liegt inzwischen bei knapp 43 Milliarden Euro.

Was jetzt bei der EZB passiert

Ab der Weiterleitung durch die Bafin läuft für die EZB eine Prüffrist von 60 Arbeitstagen, die sich bei Nachforderungen um bis zu 20 Tage verlängern kann. Marktbeobachter rechnen mehrheitlich mit einer Genehmigung, da die EZB beide Institute aus der laufenden Aufsicht bereits gut kennt. UniCredit-Chef Andrea Orcel selbst geht von einer aufsichtsrechtlichen Freigabe im vierten Quartal 2026 aus und will danach zügig die Kontrolle übernehmen.

Neben der EZB fehlen noch Zustimmungen der EU-Kartellbehörden, der deutschen Außenwirtschaftsprüfung, der US-Notenbank Fed und der polnischen Finanzaufsicht. Läuft alles glatt, könnte die Kontrollübernahme bereits im Herbst 2026 erfolgen, im ungünstigeren Fall erst Anfang Dezember.

Anteile und Machtverhältnisse

UniCredit kommt inklusive angedienter Aktien auf einen wirtschaftlichen Anteil von rund 47,6 Prozent, entsprechend knapp 49,7 Prozent der Stimmrechte. Über weitere stimmrechtslose Finanzinstrumente hält die Italiener zusätzliche gut 11 Prozent. Die Bundesregierung bleibt mit rund 12,7 Prozent zweitgrößter Aktionär und hat wiederholt betont, ihren Anteil nicht anzudienen, weil Preis und Vorgehen aus ihrer Sicht nicht angemessen seien.

Auf Commerzbank-Seite hat sich der Ton zuletzt verändert. Aufsichtsratschef Jens Weidmann räumte Ende Juli ein, die Mehrheitsverhältnisse für die nächste Hauptversammlung seien klar, und bot Gespräche über Eckpunkte für Mitarbeiter, Aktionäre und Kunden an. Vorstandschefin Bettina Orlopp signalisiert inzwischen ebenfalls Gesprächsbereitschaft, nachdem der Vorstand das Angebot ursprünglich als zu niedrig zurückgewiesen hatte.

Am 6. August legt die Commerzbank ihre Zahlen zum zweiten Quartal vor – am selben Tag treffen sich Orlopp und Orcel persönlich. Wie konstruktiv dieses Gespräch verläuft, dürfte zeigen, wie schnell sich beide Seiten auf die Details der Integration einigen können.

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Commerzbank Aktie

39,74 EUR

– 0,12 EUR -0,30 %
KGV 15,27
KUV 3,56
Sektor Finanzdienstleistungen
Div.-Rendite 2,79 %
Marktkapitalisierung 43,08 Mrd. EUR
Ø Kursziel 40,84 EUR
ISIN: DE000CBK1001 WKN: CBK100

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