Nach 18 Monaten des Stillstands kommt Bewegung in den Übernahmekampf um die Commerzbank. UniCredit-Chef Andrea Orcel signalisiert plötzlich Verhandlungsbereitschaft und stellt sogar eine Anpassung der bisherigen Angebotskonditionen in Aussicht. Damit reagiert der Italiener auf die anhaltende Ablehnungsfront aus Frankfurt und versucht, die festgefahrenen Gespräche neu zu beleben.
Flexibilität als taktisches Mittel
Auf einer Branchenkonferenz am Mittwochabend beschrieb Orcel das Verhältnis zur Commerzbank als „angespannt“ und sprach von einer Pattsituation. Um diese aufzulösen, bietet er dem Management um Bettina Orlopp nun einen direkten und konstruktiven Dialog an. Das bisherige Tauschangebot von 0,485 UniCredit-Aktien pro Commerzbank-Anteil, welches das Frankfurter Institut mit knapp 35 Milliarden Euro bewertet, sei bei entsprechender Gesprächsbereitschaft verhandelbar.
Diese Aussicht auf einen möglicherweise höheren Übernahmepreis stützt auch die aktuelle Marktbewertung. Die Papiere der Commerzbank gingen gestern bei 32,59 Euro aus dem Handel und verbuchen auf Wochensicht ein spürbares Plus von 7,66 Prozent. Marktbeobachter werten die neue Flexibilität der Italiener als Versuch, den Druck auf das Commerzbank-Management zu erhöhen, ohne sofort eine aggressive Übernahmeschlacht loszutreten.
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Klarheit bis zum Sommer anvisiert
Ein endloses Geduldsspiel plant die italienische Großbank allerdings nicht. Orcel peilt an, bis Juni 2026 endgültige Klarheit über die Übernahmebemühungen zu schaffen. Derzeit kontrolliert UniCredit bereits knapp 30 Prozent der Anteile und möchte diese Schwelle mit der aktuellen Offerte offiziell überspringen. Sollte das Frankfurter Management weiterhin jede Zusammenarbeit verweigern, schließt der UniCredit-Chef auch ein feindliches Vorgehen nicht kategorisch aus.
Die Analysten von Barclays sehen in dieser Gemengelage den zentralen Treiber für den europäischen Bankensektor. Sie bestätigten gestern ihre Einstufung für die UniCredit mit „Overweight“ und einem Kursziel von 88,90 Euro. Die kurzfristige Kursentwicklung der Commerzbank hängt nun unmittelbar davon ab, ob der Vorstand in Frankfurt das Gesprächsangebot annimmt oder Orcel bis zur gesetzten Frist im Juni den Weg einer feindlichen Übernahme erzwingt.
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