Commerzbank Aktie: Orlopp nennt UniCredit-Angebot unattraktiv

Commerzbank-Chefin Orlopp kritisiert UniCredit-Offerte als unattraktiv, schließt Verhandlungen aber nicht aus. Die BaFin prüft die Angaben der Italiener.

Dr. Robert Sasse ·
Commerzbank Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Orlopp nennt Angebot intransparent
  • Umtauschangebot liegt unter Börsenkurs
  • Eigenständigkeitsstrategie Momentum 2030 als Alternative
  • BaFin soll UniCredit-Angaben prüfen

Bettina Orlopp zieht eine klare Linie. Die Commerzbank-Chefin nennt das UniCredit-Angebot „intransparent“ und „unattraktiv“ — lässt eine freundliche Lösung aber ausdrücklich offen. Damit verschiebt sich der Konflikt: Nicht ein Deal an sich ist das Problem, sondern die Konditionen und der Weg dorthin.

Auf einer Investorenkonferenz von Goldman Sachs in Zürich machte Orlopp am Donnerstag deutlich, warum das Management den aktuellen Vorstoß ablehnt. Eine feindliche Übernahme wäre aus ihrer Sicht das schlechteste Szenario und würde massiv Wert vernichten. Kein Wunder, dass der Ton schärfer wird.

Angebot liegt unter Börsenkurs

Der zentrale Punkt ist simpel: Das Umtauschangebot der UniCredit liegt laut Orlopp derzeit unter dem aktuellen Börsenkurs der Commerzbank. Für Aktionäre folge es daher „keiner wirtschaftlichen Logik“, das Angebot anzunehmen.

Am Donnerstag notiert die Commerzbank-Aktie bei 36,64 Euro und damit 0,69 Prozent über dem Vortagesschluss von 36,39 Euro.

Der Kurs liegt nur 3,96 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 38,15 Euro, das am 01.06.2026 erreicht wurde.

Orlopp verweist stattdessen auf die Eigenständigkeitsstrategie „Momentum 2030“. Über diesen Plan will die Bank in den nächsten vier Jahren rund 50 Prozent der Marktkapitalisierung an die Anteilseigner zurückführen. Das ist der Kern der Gegenposition: Die Commerzbank will zeigen, dass sie allein mehr Wert schaffen kann als unter den aktuellen UniCredit-Bedingungen.

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Gespräche bleiben möglich

Trotz der scharfen Kritik schließt Orlopp die Tür nicht. Sie erklärte, persönlich Kontakt zu UniCredit aufgenommen zu haben, um Bedingungen für mögliche Verhandlungen zu klären.

Diese Bedingungen sind klar umrissen. Die Commerzbank verlangt eine angemessene Prämie für ihre Aktionäre und Respekt vor dem eigenen Geschäftsmodell. Erst dann käme ein freundlicher Deal infrage.

Damit bleibt Spielraum. UniCredit müsste allerdings mehr liefern als ein Angebot, das vom Commerzbank-Management als unattraktiv beschrieben wird. Der politische und regulatorische Druck dürfte dabei eher zunehmen als abnehmen.

BaFin soll UniCredit-Angaben prüfen

Parallel hat die Commerzbank die BaFin eingeschaltet. Die Finanzaufsicht soll Angaben der UniCredit zur Unterstützung ihres Übernahmeangebots prüfen.

Der Vorwurf ist heikel: Die Commerzbank sieht die Gefahr, dass UniCredit verschiedene Kategorien von Finanzinstrumenten zu einer Gesamtposition vermengt und damit den Eindruck breiterer Unterstützung erzeugt. Nach Analysen der Bank stammen jüngste Andienungen von rund 7,6 Prozent der Aktien überwiegend aus dem Umfeld von Derivate-Gegenparteien der UniCredit, nicht von unabhängigen institutionellen Investoren.

Die reguläre Annahmefrist für das Umtauschangebot endet voraussichtlich am 16. Juni 2026. Eine Verlängerung bis zum 3. Juli 2026 ist möglich. Bis dahin bleibt der Kurs stark an drei Faktoren gekoppelt: den Konditionen von UniCredit, der BaFin-Prüfung und der Frage, ob „Momentum 2030“ als eigenständige Wertstory überzeugt.

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Commerzbank Aktie

36,95 EUR

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KGV 17,04
Sektor Finanzdienstleistungen
Div.-Rendite 2,97 %
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ISIN: DE000CBK1001 WKN: CBK100

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