Während der Aktienkurs deutlich nachgibt, formiert sich im Hintergrund eine neue Machtstruktur. Die US-Investmentbank Jefferies hat ihre Beteiligung massiv ausgebaut und hält nun über zehn Prozent der Stimmrechte. Für die Commerzbank wird die Luft dünner: Das eigene Aktienrückkaufprogramm spielt den Großaktionären ungewollt in die Hände und erhöht den Druck auf das Management.
Am 5. März meldete Jefferies offiziell den Zugriff auf 10,04 Prozent der Stimmrechte, die fast vollständig über Finanzinstrumente gesichert sind. Damit verengt sich der Spielraum für die Frankfurter Großbank drastisch. UniCredit kontrolliert bereits rund 26 Prozent direkt und weitere Anteile über Instrumente. Die kritische Schwelle von 30 Prozent, die ein Pflichtübernahmeangebot auslösen würde, rückt näher. Zwar lehnt der Bund als Ankeraktionär mit zwölf Prozent eine Übernahme weiterhin ab, doch die arithmetischen Fakten schaffen eine neue Realität.
Besonders brisant ist dabei ein struktureller Effekt. Durch das laufende Aktienrückkaufprogramm verringert die Bank die Anzahl der frei handelbaren Aktien. Dies führt zu einem automatischen Anstieg der prozentualen Anteile der Großinvestoren, ohne dass diese aktiv zukaufen müssen. Bis zum Ende des Programms am 26. März stärkt dieser Mechanismus die Position von UniCredit und Jefferies kontinuierlich weiter.
Anleger reagieren nervös
Der Kapitalmarkt bewertet die Mischung aus Übernahmepoker und operativen Aussichten aktuell skeptisch. Die Aktie verlor auf Wochensicht über 11 Prozent und ging mit 30,77 Euro ins Wochenende. Vom 52-Wochen-Hoch bei 37,75 Euro hat sich das Papier inzwischen um gut 18 Prozent entfernt.
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Verantwortlich für die schlechte Stimmung ist neben der Unsicherheit vor allem der enttäuschende Ausblick. Zwar lieferte die Bank für 2025 ein operatives Rekordergebnis von 4,5 Milliarden Euro und will eine Dividende von 1,10 Euro ausschütten. Doch für 2026 peilt der Vorstand lediglich einen Gewinn von 3,2 Milliarden Euro an – deutlich weniger, als Analysten erwartet hatten. Belastend wirken zudem Abschreibungen auf die Beteiligung an Aquila Capital.
UniCredit in Lauerstellung
Die strategische Lage für UniCredit hat sich indes verbessert. Seit Ende Februar wäre ein Übernahmeangebot als reiner Aktientausch rechtlich möglich, da die Sperrfrist für Bargeldkäufe abgelaufen ist. Die Italiener versprechen sich von einer Fusion Synergien mit ihrer deutschen Tochter HypoVereinsbank.
Richtungweisend werden nun die kommenden Wochen. Am 8. Mai folgen die Zahlen zum ersten Quartal, bevor am 20. Mai die Hauptversammlung stattfindet. Dort wird sich zeigen, ob das Management um den scheidenden Risikovorstand Bernd Spalt die Aktionäre von der Eigenständigkeit überzeugen kann oder ob die Allianz der Großaktionäre den Kurs der Bank endgültig diktiert.
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