Commerzbank Aktie: Stellungnahme bis 19. Mai fällig
UniCredit-Offerte, Hauptversammlung und Dividendenvorschlag prägen die entscheidende Woche bei der Commerzbank.

Kurz zusammengefasst
- UniCredit veröffentlicht Übernahmeangebot
- Hauptversammlung stimmt über Dividende ab
- Bundesregierung lehnt Übernahme ab
- Aktienkurs zeigt langfristige Stärke
Bei der Commerzbank bündeln sich in der Woche ab dem 12. Mai drei Themen, die den Kurs direkt bewegen können. Es geht um UniCredits Übernahmeofferte, die Hauptversammlung und die vorgeschlagene Dividende. Der Konflikt ist klar: Die Italiener wollen den Zugriff, die Commerzbank hält dagegen.
UniCredit erhöht den Druck
UniCredit hat am 5. Mai die Angebotsunterlage für ein unabgestimmtes öffentliches Übernahmeangebot veröffentlicht. Die Gegenleistung liegt bei 0,485 UniCredit-Aktien je Commerzbank-Aktie. Aus Sicht der Commerzbank bietet die Offerte keine Prämie auf den Börsenkurs.
Vorstand und Aufsichtsrat prüfen nun die Unterlagen. Bis zum 19. Mai muss die begründete Stellungnahme nach dem Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz vorliegen. Darin dürfte die Bank ihre Kritik an Preis, Struktur und Umsetzungsrisiken bündeln.
Am Markt ist die Aktie bereits weit gelaufen. Am Freitag schloss sie bei 35,81 Euro, nach einem Tagesminus von 1,70 Prozent; auf zwölf Monate steht ein Plus von 47,06 Prozent. Der Kurs zeigt damit Stärke, auch wenn kurzfristig Verkaufsdruck aufkam.
Hauptversammlung mit Dividendenpunkt
Direkt danach folgt die ordentliche Hauptversammlung in Wiesbaden. Für den 20. Mai steht die Präsenzveranstaltung im RheinMain CongressCenter auf dem Kalender. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie vor, nach 0,65 Euro im Vorjahr.
Die Kapitalrückgabe ist ein wichtiges Signal im Übernahmekampf. Zwei bereits abgeschlossene Aktienrückkäufe summieren sich auf rund 1,5 Milliarden Euro. Inklusive der vorgeschlagenen Dividende läge die Rückführung für das Geschäftsjahr bei rund 2,7 Milliarden Euro.
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Auf der Tagesordnung steht außerdem eine Ermächtigung für weitere Aktienrückkäufe. Das ist noch kein neuer Rückkaufbeschluss. Es schafft aber Spielraum, falls die Bank im laufenden Abwehrkampf zusätzliche Mittel einsetzen will.
Bei Zustimmung der Hauptversammlung wäre der Ex-Tag der 21. Mai. Die Auszahlung ist für den 26. Mai vorgesehen. Auf Basis des Freitagsschlusskurses läge die Dividendenrendite bei rund drei Prozent.
Berlin bleibt der Schlüssel
Parallel dazu läuft die Annahmefrist für das UniCredit-Angebot weiter. Sie endet am 16. Juni um 24 Uhr. Eine Verlängerung bis zum 3. Juli ist möglich.
Der Vollzug dürfte ohnehin Zeit brauchen. UniCredit rechnet erst im Jahr 2027 mit einem Abschluss, weil verschiedene regulatorische Genehmigungen nötig sind. Genau dieser Punkt macht den Deal politisch und operativ schwer kalkulierbar.
Die Bundesregierung hält etwa 12 Prozent der Commerzbank-Anteile und lehnt eine Übernahme bislang ab. Berlin fürchtet Kontrollverlust bei einem systemrelevanten Institut, dazu mögliche Folgen für Kreditvergabe und Arbeitsplätze. Für UniCredit wäre eine breite Annahmequote wichtig; im Raum steht mindestens die Mehrheit plus eine Aktie.
Damit wird die kommende Woche eng getaktet. Bis zum 19. Mai liefert die Commerzbank ihre offizielle Gegenposition, am 20. Mai stimmen die Aktionäre über die Dividende ab, am 21. Mai folgt der mögliche Ex-Tag. Diese Abfolge entscheidet nicht über den Deal allein, kann aber die Kräfteverhältnisse sichtbar verschieben.
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