Commerzbank Aktie: Strafanzeige gegen UniCredit
Betriebsrat erstattet Anzeige gegen UniCredit. Streit um Annahmequote des Übernahmeangebots eskaliert kurz vor Fristende.

Kurz zusammengefasst
- Strafanzeige wegen Marktmanipulation
- Streit um tatsächliche Annahmequote
- Angebotspreis unter aktuellem Aktienkurs
- BaFin prüft verdächtige Wertpapierleihen
Der Übernahmekampf um die Commerzbank erreicht eine neue Eskalationsstufe. Kurz vor Ablauf der ersten Annahmefrist greift der Gesamtbetriebsrat zu drastischen Mitteln. Er hat am Wochenende offiziell Strafanzeige gegen die italienische UniCredit gestellt. Der Vorwurf wiegt schwer: Marktmanipulation und Irreführung von Anlegern.
Zweifel an der Annahmequote
Die Staatsanwaltschaft prüft den Fall bereits. Hintergrund ist ein massiver Streit um die tatsächliche Annahmequote des Übernahmeangebots. UniCredit meldete zuletzt einen Wert von 11,22 Prozent. Die Commerzbank bezweifelt diese Zahl massiv.
Interne Auswertungen der Frankfurter zeigen ein völlig anderes Bild. Kein einziger institutioneller Investor hat demnach Aktien angedient. Bei Privataktionären liegt die Quote bei verschwindend geringen 0,05 Prozent. Die angedienten Papiere stammen laut Commerzbank fast ausschließlich von Banken aus dem direkten UniCredit-Umfeld.
Angebot rechnet sich nicht
Ein Blick auf den Kurszettel stützt die Skepsis der Commerzbank. Das Angebot der Italiener entbehrt aktuell jeder wirtschaftlichen Logik. Die Commerzbank-Aktie ging am Freitag bei 36,76 Euro aus dem Handel. Damit notiert das Papier deutlich über dem gebotenen Preis der UniCredit.
Auch der langfristige Trend spricht gegen einen billigen Verkauf. Der Kurs liegt komfortabel über der 200-Tage-Linie von 33,84 Euro. Das 52-Wochen-Hoch bei 38,15 Euro bleibt in greifbarer Nähe. Parallel dazu beobachtet das Management einen verdächtigen Anstieg bei Wertpapierleihen. Die Finanzaufsicht BaFin ist bereits eingeschaltet und erhält kontinuierlich neue Daten.
Die Uhr tickt. Am morgigen Dienstag, den 16. Juni 2026, läuft die erste Annahmefrist offiziell ab. Bestätigt die BaFin die Vorwürfe des Betriebsrats, drohen UniCredit empfindliche regulatorische Strafen. Andernfalls sieht der theoretische Zeitplan eine Verlängerung bis zum 3. Juli vor. Dann müssen die Italiener entscheiden, ob sie das Angebot finanziell nachbessern.
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