Commerzbank Aktie: UniCredit auf 49,65 Prozent

UniCredit hält nun faktisch 49,65 Prozent an der Commerzbank. Der Bund leistet offenbar keinen Widerstand, während eine Cum-Ex-Anklage für Schlagzeilen sorgt.

Eduard Altmann ·
Moderne Glasfassade eines Bürogebäudes im Licht des Sonnenaufgangs in einem Finanzviertel. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • UniCredit-Anteil an Commerzbank steigt
  • Bund zeigt keine Widerstandshaltung
  • Cum-Ex-Anklage gegen Ex-Mitarbeiter
  • Aktie notiert nahe Rekordhoch

Die Übernahmefront bei der Commerzbank bewegt sich weiter in Richtung UniCredit. Nach dem Einzug ihrer letzten eigenen Aktien am Donnerstag verfügt die italienische Großbank nun faktisch über 49,65 Prozent an der Frankfurter Institution, davon 3,36 Prozent über Kaufoptionen abgesichert. Damit rückt UniCredit-Chef Andrea Orcel der Kontrollmehrheit spürbar näher – ein Umstand, der laut einem Hintergrundbericht des manager magazins zunehmend Druck auf Bundesregierung und Commerzbank-Management ausübt.

Kapitalmaßnahme bestätigt neue Aktionärsstruktur

Die Commerzbank selbst untermauerte die veränderten Machtverhältnisse mit einer Pflichtmitteilung: Nach der Einziehung eigener Aktien gemäß § 41 WpHG beläuft sich die Gesamtzahl der Stimmrechte nun auf 1.080.847.095. Diese technische Anpassung ist Ausdruck der laufenden Konsolidierung, die UniCredit durch den sukzessiven Abbau des Aktienrückkaufprogramms der Commerzbank vorantreibt.

Der Bund, der noch rund 13 Prozent hält, leistet nach Medienberichten keinen erkennbaren Widerstand mehr gegen diese Entwicklung – ein Signal, das viele Beobachter bereits als finale Phase der Übernahme werten.

Steueraffäre aus 2008 erreicht die Justiz

Parallel zur Übernahmedynamik holt die Vergangenheit die Bank ein: Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat Anklage gegen vier ehemalige Commerzbank-Mitarbeiter erhoben – zwei Briten, einen Deutschen und einen US-Amerikaner. Ihnen wird schwere Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Cum-Ex-Geschäften aus dem Jahr 2008 vorgeworfen, der Steuerschaden wird auf mehr als 20 Millionen Euro beziffert.

Für die heutige Commerzbank hat das Verfahren vor allem symbolische Relevanz, da es historische Praktiken betrifft, die mit dem aktuellen Geschäft nichts zu tun haben. Reputationsrisiken lassen sich dennoch nicht vollständig ausschließen, zumal die Anklage just in eine Phase fällt, in der das Institut ohnehin im Rampenlicht steht.

Kursreaktion bleibt verhalten

An der Börse zeigte sich die Aktie zuletzt robust: Am Freitag schloss das Papier bei 39,08 Euro, ein Plus von 1,6 Prozent auf Tagessicht. Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von 1,8 Prozent zu Buche – die Aktie hat sich damit von den Rekordzahlen der vergangenen zwei Wochen bereits wieder etwas gelöst.

Zum 52-Wochen-Hoch von 40,11 Euro, erreicht am 13. August, fehlen aktuell 2,6 Prozent, während der Abstand zum Jahrestief von 28,90 Euro mit 35 Prozent beachtlich groß bleibt.

Analysten sahen Übernahme bereits im Sommer als Kurstreiber

Bereits im Juli hatte J.P. Morgan-Analystin Delphine Lee ihr Kursziel für UniCredit von 93 auf 94 Euro angehoben und dabei explizit auf die positiven Effekte der Commerzbank-Konsolidierung verwiesen – ein früher Hinweis darauf, dass der Markt die Integration schon damals als wertsteigernd einstufte.

Die DZ Bank erhöhte Anfang August ihren fairen Wert für die Commerzbank-Aktie von 42 auf 46 Euro und bestätigte die Einstufung „Kaufen“, wobei Analyst Philipp Häßler die Übernahme durch UniCredit als Basisszenario in seine Bewertung einfließen ließ.

Anleger richten den Blick nun auf die kommenden Wochen: Im September nimmt die Commerzbank an der „Bank of America 31st Annual Financials CEO Conference“ teil, die Zahlen zum dritten Quartal folgen am 4. November. Beide Termine dürften weitere Hinweise liefern, wie weit der Übernahmeprozess bis dahin fortgeschritten ist.

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Commerzbank Aktie

42,64 EUR

+ 0,78 EUR +1,86 %
KGV 16,11
KUV 3,83
Sektor Finanzdienstleistungen
Div.-Rendite 2,64 %
Marktkapitalisierung 46,09 Mrd. EUR
Ø Kursziel 41,18 EUR
ISIN: DE000CBK1001 WKN: CBK100

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