Commerzbank Aktie: UniCredit beansprucht 40 Prozent
UniCredit legt offizielle Annahmequote für Tauschangebot vor. Commerzbank-Chefin Orlopp weist Mailänder Zahlen als irreführend zurück.

Kurz zusammengefasst
- Offizielle Annahmequote wird veröffentlicht
- Streit um tatsächliche Zustimmung der Aktionäre
- Orlopp verteidigt Eigenständigkeit mit Renditeplan
- Bund als entscheidender Hürde für UniCredit
Die Frist für das Tauschangebot der UniCredit ist abgelaufen. Am morgigen Mittwoch legt die italienische Bank die offiziellen Annahmequoten vor. Im Hintergrund tobt ein heftiger Streit um die Deutungshoheit der vorläufigen Zahlen.
Streit um die echte Quote
Berichten zufolge stößt die Offerte bei freien Aktionären auf wenig Gegenliebe. Aus dem Umfeld der Commerzbank heißt es, lediglich rund ein Prozent dieser Gruppe habe das Angebot angenommen.
Die UniCredit zeichnet ein völlig anderes Bild. Die Mailänder verweisen auf einen gesicherten Zugriff von knapp 40 Prozent der Anteile. Sie erreichten diesen Wert primär durch strategische Zukäufe und Derivatgeschäfte.
Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp wies diese Darstellung scharf zurück. Sie nannte die Zahlen irreführend. Sie spiegelten nicht den tatsächlichen Rückhalt der unabhängigen Investoren wider.
Orlopps Abwehrplan steht
Der Frankfurter Vorstand kämpft massiv für die Eigenständigkeit. Orlopp stellt die „Strategie 2027“ in den Fokus. Der Plan sieht eine Eigenkapitalrendite von über 12 Prozent vor.
Außerdem lockt das Management mit massiven Kapitalrückzahlungen. Eine Integration in den UniCredit-Konzern könnte diese attraktive Dividendenpolitik beenden. So lautet die eindringliche Warnung an die Aktionäre.
Ein entscheidender Akteur bleibt der Bund. Die staatliche Finanzagentur hält weiterhin eine signifikante Beteiligung. Ursprünglich diente das Aktienpaket nicht als Schutzwall. Nun entwickelt es sich zur massiven Hürde für UniCredit-Chef Andrea Orcel.
Aktie kratzt am Jahreshoch
An der Börse bleibt die Übernahmephantasie intakt. Die Aktie beendete den Montagshandel bei 38,00 Euro. Damit trennen den Kurs nur gut zwei Prozent vom aktuellen Jahreshoch bei 38,85 Euro.
Die langfristige Entwicklung überzeugt ebenfalls. Auf Jahressicht verbuchen Anleger ein Plus von rund 34 Prozent. Die Volatilität pendelt sich aktuell bei annualisierten 20 Prozent ein.
Am morgigen Mittwoch fallen die Fakten auf den Tisch. Das offizielle Ergebnis belegt dann, ob die UniCredit eine faktische Kontrolle erzwingt. Die Folge: Bei einer schwachen Annahmequote steigt der Druck auf Mailand massiv. Orcel müsste in diesem Fall sein Angebot aufbessern oder ein langes Patt akzeptieren.
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