Während die italienische Großbank UniCredit erneut ihr Interesse an weiteren Commerzbank-Anteilen signalisiert und RBC Capital Markets das Kursziel anhebt, verliert die Aktie zum Wochenstart rund 2,3 Prozent. Der Grund: Trumps Zolldrohungen belasten den gesamten europäischen Bankensektor. Ein widersprüchliches Signal für Anleger.
Die wichtigsten Fakten:
– UniCredit-Chef Orcel bekundet erneut Interesse an Staatsanteilen
– RBC hebt Kursziel von 36 auf 37 Euro an – Nettozinserträge überzeugen
– Aktie notiert bei 34 Euro, belastet durch US-Zollankündigungen
– Jahresperformance 2025: Plus 130 Prozent
UniCredit positioniert sich für die Zeit nach der Sperrfrist
Wie das Handelsblatt berichtet, hat UniCredit-CEO Andrea Orcel die verbliebenen Commerzbank-Anteile des deutschen Staates ins Visier genommen. Zwar liegt auf diesen Paketen derzeit noch eine Sperrfrist, doch die Italiener bereiten sich offenbar auf den Moment vor, in dem der Bund verkaufen kann. UniCredit hatte bereits im August 2025 den Zugriff auf 26 Prozent der Anteile gemeldet – die Übernahmefantasie schwelt seither.
Die erneuten Avancen erhöhen den Druck auf Berlin. Die politische Dimension der Frage, ob eine systemrelevante deutsche Bank unter italienische Kontrolle geraten soll, dürfte die Entscheidung verzögern. Für den Aktienkurs bleibt das Szenario jedoch ein latenter Kurstreiber.
Analysten sehen robustes Ertragspotenzial
Parallel zu den M&A-Spekulationen hat RBC Capital Markets das Kursziel angehoben. Analystin Anke Reingen verweist auf höhere Erwartungen bei den Nettozinserträgen, während die Kostenstruktur stabil bleiben soll. Das Rating „Sector Perform“ deutet darauf hin, dass RBC die faire Bewertung im Bereich der mittleren 30er-Marke sieht.
Die Bank profitiert weiterhin vom Zinsumfeld. Trotz der jüngsten EZB-Senkungen liegt das Zinsniveau deutlich über den Tiefstständen der Vorjahre. Das stützt die Margen im Firmenkundengeschäft, auf das die Commerzbank strategisch setzt.
Warum die Aktie trotzdem fällt
Der Kursrückgang steht im Widerspruch zu den positiven Nachrichten. Verantwortlich sind die von US-Präsident Trump angekündigten Zölle auf Importe aus acht EU-Ländern ab dem 1. Februar. Solche geopolitischen Schocks treffen exportlastige Volkswirtschaften – und damit auch deren Finanzsektor. Die Commerzbank ist als Mittelstandsfinanzierer besonders exponiert gegenüber Konjunkturrisiken in der deutschen Industrie.
Die Analystenmeinungen bleiben dennoch konstruktiv. Deutsche Bank Research hält an „Buy“ mit Kursziel 37 Euro fest, Goldman Sachs und JP Morgan bewerten neutral bei 35,50 beziehungsweise 33 Euro. Das RBC-Ziel liegt damit am oberen Ende der Konsensspanne.
Entscheidende Wochen stehen bevor
Zwei Faktoren werden den weiteren Kursverlauf prägen: Erstens die politische Entscheidung über die Staatsanteile. Jede Andeutung aus Berlin, die auf eine baldige Veräußerung hindeutet, könnte die M&A-Fantasie neu entfachen. Zweitens die kommenden Quartalszahlen. Mit den angehobenen Prognosen von RBC steigt die Erwartungshaltung – die Bank muss liefern, um die Bewertung zu rechtfertigen.
Technisch verläuft die Unterstützung um 34 Euro. Hält diese Marke, könnte die Aktie nach Abklingen der Zollsorgen wieder Richtung 37 Euro laufen. Bricht sie, rücken die gleitenden Durchschnitte bei rund 33 Euro in den Fokus.
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