Commerzbank Aktie: UniCredit hält 42,50 Prozent
Commerzbank-Vorstand bekräftigt Ablehnung der Übernahme durch UniCredit. Annahmefrist läuft bis 3. Juli, Bund bleibt abweisend.

Kurz zusammengefasst
- Management lehnt UniCredit-Offerte ab
- Annahmefrist endet am 3. Juli
- Bund verweigert Aktientausch
- Aktie zeigt stabile Kursentwicklung
Der Vorstand der Commerzbank unternimmt einen weiteren Vorstoß. In einem neuen Aktionärsbrief bekräftigt das Management seine strikte Ablehnung der UniCredit-Übernahme. Die Botschaft an die Investoren bleibt klar: Sie sollen das Angebot aus Mailand ignorieren. Die finale Annahmefrist läuft noch bis zum 3. Juli 2026.
Streit um die Annahmequote
Beide Seiten interpretieren das bisherige Ergebnis völlig unterschiedlich. Laut Commerzbank haben im Streubesitz über 500.000 Privatanleger kaum Aktien eingereicht. Die Bank spricht von einer Quote von lediglich rund einem Prozent. Der Großteil der angedienten Papiere stamme von Geschäftspartnern der UniCredit.
Die Italiener zeichnen ein anderes Bild. UniCredit meldete für die erste Angebotsphase eine Annahmequote von 12,51 Prozent. Inklusive bereits gehaltener Anteile und weiterer Instrumente taxiert die Bank ihren Zugriff auf 42,50 Prozent. Nach Einziehung eigener Commerzbank-Aktien könnte dieser Wert sogar auf über 44 Prozent steigen.
Der Bund bleibt auf Distanz
Ein entscheidender Faktor bleibt die Bundesregierung. Der zuständige Lenkungsausschuss lehnte einen Tausch seiner Commerzbank-Aktien bereits Mitte Juni ab. Als Grund nannte das Gremium eine zu geringe Prämie. Parallel dazu unterstützt der Bund die Eigenständigkeitsstrategie der Frankfurter.
Die Commerzbank greift dieses Argument im aktuellen Brief gezielt auf. Der Bund ist der zweitgrößte Aktionär der Bank. Seine öffentliche Weigerung erschwert die Pläne der UniCredit massiv. Eine schnelle Integration rückt damit in weite Ferne.
Stabile Kursentwicklung
An der Börse reagieren Anleger gelassen auf das Tauziehen. Die Commerzbank-Aktie beendete die Handelswoche am Freitag bei 37,68 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen verzeichnet das Papier ein Plus von 2,59 Prozent.
Der charttechnische Trend zeigt weiterhin nach oben. Das Hoch vom Juni liegt nur knapp drei Prozent entfernt. Die Aktie behauptet sich spürbar über ihrem langfristigen Durchschnitt. Diese 200-Tage-Linie verläuft aktuell bei 34,11 Euro.
Die nächsten Tage bringen nun Klarheit. Am 3. Juli endet die Nachfrist für das Übernahmeangebot. Das finale Ergebnis veröffentlicht UniCredit in der darauffolgenden Woche. Anfang August präsentiert die Commerzbank dann ihre Zahlen für das zweite Quartal. An diesem Tag muss der Vorstand beweisen, dass die Eigenständigkeit finanziell tragfähig ist.
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