Commerzbank Aktie: UniCredit hält 47,59 Prozent

EZB signalisiert grünes Licht für UniCredit-Übernahme, während die BaFin Bedenken äußert. Formelle Gespräche zwischen den Banken haben begonnen.

Andreas Sommer ·
Moderne Glasfassade eines Finanzgebäudes bei Sonnenuntergang als Symbol für Bankenkonsolidierung und Marktentwicklung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • EZB zeigt sich offen für Übernahme
  • BaFin kritisiert UniCredits aggressives Vorgehen
  • Erste formelle Gespräche zwischen den Banken
  • Commerzbank-Aktie nahe Jahreshoch

Die Aufsichtsbehörden sind sich uneins über den richtigen Umgang mit der geplanten Übernahme der Commerzbank durch UniCredit. Ein vertrauliches Papier des EZB-Aufsichtsgremiums deutet an, dass die Zentralbank den Zusammenschluss nicht blockieren will.

Die BaFin hingegen wirft dem italienischen Institut ein aggressives Vorgehen vor und fordert von UniCredit eine Strategie, die Vertrauen schafft. Damit sitzt die deutsche Aufsicht am kürzeren Hebel, während sich der Fahrplan für die Kontrollübernahme konkretisiert.

Formelle Gespräche zwischen den Konzernspitzen

Am Dienstag kam es erstmals zu formellen Gesprächen zwischen den beiden Instituten. UniCredit-Chef Andrea Orcel und Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp erörterten laut Bloomberg bilanzielle, rechtliche und risikobezogene Fragen mit Blick auf die anstehende regulatorische Konsolidierung.

Der Austausch markiert einen Wendepunkt in der monatelangen Auseinandersetzung: Der Commerzbank-Vorstand hatte das ursprüngliche Angebot als zu niedrig zurückgewiesen, zeigt sich nun aber offener für einen direkten Dialog.

Parallel dazu nimmt der aufsichtsrechtliche Prozess Fahrt auf. Die BaFin hatte bereits Ende Juli die Vollständigkeit von UniCredits Antrag zum Überschreiten der 30-Prozent-Schwelle bestätigt und diesen an die EZB weitergeleitet.

Die Zentralbank prüft nun innerhalb einer gesetzlichen Frist von 60 Arbeitstagen, die sich um bis zu 20 Tage verlängern lässt. Als Entscheidungszeitpunkt gelten der Herbst oder Anfang Dezember 2026, eine Kontrollübernahme könnte bereits im Oktober vollzogen werden.

Nach dem Übernahmeangebot vom Juli hält UniCredit inzwischen 47,59 Prozent des Kapitals und 49,65 Prozent der Stimmrechte, weitere 11,48 Prozent liegen über Derivate ohne Stimmrechte bei den Italienern. Die Bundesregierung hält 12,7 Prozent – eine Konstellation, die den weiteren Prozess politisch aufgeladen hält.

Kurs nahe am Jahreshoch

Die Aktie handelt am Freitag bei 39,85 Euro und damit nur 0,6 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 40,11 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 10 Prozent zu Buche, binnen 30 Tagen legte das Papier um 4,4 Prozent zu.

Der Abstand von 13 Prozent zum 200-Tage-Durchschnitt unterstreicht den intakten Aufwärtstrend, den sowohl die starken Halbjahreszahlen als auch die Übernahmefantasie stützen.

Personelle Weichenstellung in der Compliance

Abseits der Übernahmegespräche vollzieht die Commerzbank auch organisatorisch Anpassungen. Jennifer Sander, zuvor Compliance-Chefin bei Oddo BHF, trat am 1. August ihre neue Position als Chief Compliance Officer an und firmiert künftig als Bereichsvorstand.

Die Personalie fällt in eine Phase, in der Governance- und Kontrollfragen angesichts der möglichen Übernahme besonderes Gewicht erhalten – ein Aspekt, der auch für die laufende EZB-Prüfung relevant sein dürfte.

Für Anleger bleibt der Übernahmeprozess der entscheidende Faktor. Zeichnet sich in den kommenden Wochen ab, wie die BaFin ihre Bedenken gegenüber UniCredit durchsetzt oder ob die EZB den schnelleren Weg vorgibt, dürfte dies die Kursentwicklung stärker prägen als operative Nachrichten. Die nächste Gelegenheit für neue Signale bietet sich mit den Q3-Zahlen am 5. November.

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Commerzbank Aktie

42,82 EUR

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KGV 16,11
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Sektor Finanzdienstleistungen
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Ø Kursziel 41,18 EUR
ISIN: DE000CBK1001 WKN: CBK100

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