Commerzbank Aktie: UniCredit hält 47,6 Prozent
Bundeskanzler Merz lenkt im Übernahmepoker um die Commerzbank ein und stellt eine Fusion mit UniCredit nicht länger infrage.

Kurz zusammengefasst
- Kanzler Merz öffnet sich für Fusion
- UniCredit hält bereits 47,6 Prozent
- Bundesanteil von 12 Prozent im Fokus
- Aktie reagiert zunächst mit Verlusten
Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Fronten im Übernahmekampf um die Commerzbank aufgeweicht. Auf seiner Sommerpressekonferenz in Berlin sagte er am Mittwoch: „Wir verhindern nicht diese Fusion.“ Das ist ein Kurswechsel – bislang hatten Merz und Finanzminister Lars Klingbeil stets für eine eigenständige Commerzbank plädiert.
Merz kritisiert den Ton, nicht das Ziel
Merz stellte klar: Die Bundesregierung stemmt sich nicht mehr grundsätzlich gegen eine Verbindung mit der italienischen UniCredit. Kritik übte er trotzdem. Die Art des Vorgehens gegen das Frankfurter Institut stoße nicht auf Zustimmung, so Merz.
Der Bund hält noch 12 Prozent an der Commerzbank. Merz betonte, Europa brauche große und starke Banken, die im Wettbewerb mit US-Rivalen mithalten können.
Finanzkreise lesen aus der Aussage ein klares Signal an UniCredit-Chef Andrea Orcel. Tritt er künftig weniger aggressiv auf, verbessern sich seine Chancen auf den Bundesanteil deutlich. So heißt es aus Finanzkreisen.
UniCredit steht kurz vor der Kontrolle
Der Zeitpunkt der Äußerung ist kein Zufall. Nach Ablauf des Übernahmeangebots hält UniCredit bereits 47,6 Prozent der Commerzbank-Aktien. Auf einer Hauptversammlung könnte der Anteil sogar auf 49,65 Prozent steigen – eigene Aktien der Commerzbank im Bestand haben keine Stimmrechte.
Merz verwies darauf, dass viele Aktionäre das Angebot angenommen haben. Das, obwohl es wirtschaftlich nicht besonders attraktiv gewesen sei. Der Bund selbst hat nicht verkauft. Zugleich behält sich Merz vor, das Geschäftsmodell zu hinterfragen: Die Commerzbank spiele eine wichtige Rolle bei der Finanzierung des Mittelstands.
Formal braucht UniCredit ohnehin keine Genehmigung der Bundesregierung mehr. Bundesbank, Bafin und EZB haben bereits zugestimmt. Auch Polen, die USA und die EU-Kommission haben grünes Licht gegeben.
Markt reagiert verhalten
Nach den Äußerungen von Merz gab die Commerzbank-Aktie zunächst rund 1,7 Prozent nach. Im weiteren Handelsverlauf erholte sich das Papier teilweise wieder und schloss am Donnerstag bei 37,89 Euro.
Damit notiert die Aktie rund 3,3 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 39,18 Euro, das erst am 14. Juli markiert wurde. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt fast 10 Prozent – ein Zeichen für einen intakten Aufwärtstrend.
Mit der Positionierung von Merz rückt eine einvernehmliche Lösung zwischen Commerzbank und UniCredit näher. Beide Seiten stehen jetzt unter Druck, sich nach mehreren gescheiterten Anläufen doch noch an einen Tisch zu setzen. Wie die Bundesregierung ihren 12-Prozent-Anteil künftig behandelt, dürfte in den kommenden Wochen zur zentralen Weichenstellung für den Deal werden.
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