Commerzbank Aktie: UniCredit kontrolliert faktisch 41 Prozent
UniCredit baut Anteil an Commerzbank auf 41 Prozent aus. Das Geldhaus schließt seine Innovationstochter Neosfer im Zuge der neuen Strategie.

Kurz zusammengefasst
- UniCredit kontrolliert nun 41 Prozent
- Commerzbank schließt Innovationstochter Neosfer
- EZB-Vize kritisiert Blockadehaltung Berlins
- Aktie zeigt sich trotz Übernahmekampf stabil
Bei der Commerzbank überschlagen sich die Ereignisse. Während das Management intern den Rotstift ansetzt, zieht die italienische UniCredit die Schlinge enger. Ein Ende des Übernahmekampfes ist nicht in Sicht.
UniCredit greift nach der Macht
Der italienische Konkurrent hat einen wichtigen Meilenstein erreicht. Bis Mitte Juni reichten Anleger weitere Aktienanteile ein. Damit kletterte die Quote im Umtauschangebot auf knapp elf Prozent.
Zusammen mit direkten Anteilen und Derivaten kontrolliert UniCredit nun faktisch rund 41 Prozent der Bank. Analysten von JPMorgan werten dies als klaren Schritt zur effektiven Kontrolle. Das Frankfurter Management lehnt das Angebot weiterhin als unattraktiv ab. Die angedienten Papiere stammen laut Bankangaben primär von anderen Finanzinstituten.
Rotstift bei Innovationen
Parallel zur Abwehrschlacht baut die Commerzbank intern um. Nach 13 Jahren schließt das Institut seine Innovationstochter Neosfer. Die Maßnahme ist Teil der neuen Konzernstrategie „Momentum 2030“.
Das Geldhaus will seine Ressourcen bündeln und sich auf das Kerngeschäft fokussieren. Zuvor vernetzte Neosfer die Bank mit der Fintech-Szene und entwickelte digitale Geschäftsmodelle.
Gegenwind aus Frankfurt
Zusätzlichen Druck gibt es von unerwarteter Seite. Der scheidende Vizechef der Europäischen Zentralbank (EZB) kritisierte die Bundesregierung scharf. Berlin hält noch rund zwölf Prozent an der Commerzbank und blockiert die Übernahme. Aus Sicht der Notenbank gefährdet diese Haltung die europäische Finanzintegration. Grenzüberschreitende Fusionen seien für einen einheitlichen Kapitalmarkt zwingend notwendig.
Zinsentscheid bestimmt den Handel
Am Aktienmarkt reagieren Investoren gelassen. Das Papier notiert aktuell bei 36,22 Euro und verzeichnet ein leichtes Tagesplus. Damit bewegt sich der Kurs stabil über dem 50-Tage-Durchschnitt von 35,54 Euro.
Am heutigen Donnerstag blickt der Markt auf die EZB. Wegen steigender Inflation erwarten Experten die erste Zinserhöhung seit September 2023. Ein Plus von 25 Basispunkten gilt als wahrscheinlich. Die Folge: Höhere Zinsen stützen kurzfristig die Erträge der Bank und federn mögliche Wachstumsdämpfer der deutschen Wirtschaft ab.
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