Commerzbank Aktie: UniCredit sichert sich 40 Prozent
UniCredit kontrolliert nach Umtauschangebot knapp 40 Prozent der Commerzbank-Anteile und strebt Sitze im Aufsichtsrat an.

Kurz zusammengefasst
- UniCredit sammelt weitere 12,5 Prozent ein
- Kontrolle von knapp 40 Prozent erreicht
- Ziel: Eigene Vertreter im Aufsichtsrat
- Commerzbank-Aktie nahe am Jahreshoch
Der Machtkampf um die Commerzbank geht in die nächste Runde. UniCredit hat nach der ersten Annahmephase ihres Umtauschangebots fast 40 Prozent der Anteile sicher. Damit rückt ein massiver Einfluss der Italiener in greifbare Nähe.
Konkret sammelten die Italiener in der ersten Frist weitere 12,51 Prozent des Grundkapitals ein. Zusammen mit dem bisherigen Bestand kontrolliert UniCredit nun rechnerisch knapp 40 Prozent der Commerzbank. Inklusive diverser Finanzderivate könnte der Anteil sogar auf über 55 Prozent steigen.
Ziel ist der Aufsichtsrat
Die reine Übernahme ist aktuell gar nicht das Hauptziel. UniCredit betonte am Wochenende, dass man die angestrebte Schwelle von 30 Prozent deutlich überschritten habe. Das reicht aus Sicht der Italiener, um eigene Vertreter im Aufsichtsrat zu platzieren. Eine direkte Fusion strebt die Bank derzeit nicht an. Dafür bräuchte sie ohnehin eine Mehrheit von 75 Prozent auf der Hauptversammlung.
Die Commerzbank wehrt sich derweil vehement gegen den Einstieg. Kein Wunder. Vorstand und Aufsichtsrat raten den Aktionären weiterhin von der Annahme der Offerte ab. Das Angebot biete keine angemessene Prämie. Zudem fehle ein klarer strategischer Plan. Auch die Bundesregierung lehnt den Deal ab und kritisiert den niedrigen Preis.
Aktie kratzt am Jahreshoch
An der Börse zeigt sich die Aktie von dem Konflikt unbeeindruckt. Am Freitag schloss das Papier bei 38,33 Euro. Damit notiert der Kurs nur hauchdünn unter seinem bisherigen Jahreshoch. Auf Zwölf-Monats-Sicht steht ein sattes Plus von fast 39 Prozent auf der Anzeigetafel.
Auch der Trend spricht aktuell für die Commerzbank. Der Kurs liegt komfortable sechs Prozent über der wichtigen 50-Tage-Linie. Der RSI-Wert von 63,8 signalisiert eine starke Dynamik. Der Markt ist dabei aber noch nicht extrem überhitzt.
Seit dem Wochenende läuft nun eine zusätzliche Annahmefrist für das Angebot. Diese zweite Phase endet am 8. Juli. Gelingt UniCredit dann der Sprung über die absolute Mehrheit, muss das Commerzbank-Management seine Verteidigungsstrategie komplett neu ausrichten.
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