Commerzbank Aktie: Wiesbaden unter Druck

Die Hauptversammlung der Commerzbank steht im Zeichen der drohenden Übernahme durch UniCredit. Vorstand und Bund lehnen das Angebot ab, während Großinvestoren ihre Positionen aufstocken.

Andreas Sommer ·

Kurz zusammengefasst

  • UniCredit hält knapp 39 Prozent
  • Vorstand rät zur Angebotsablehnung
  • Bund positioniert sich gegen Übernahme
  • Aktie fällt leicht unter Angebotspreis

Die Hauptversammlung der Commerzbank heute in Wiesbaden ist eine ungewöhnliche. UniCredit hält bereits knapp 39 Prozent der Stimmrechte — und die Frage, ob Frankfurt oder Mailand das letzte Wort hat, hängt wie ein Schatten über dem Saal.

Vorstand und Aufsichtsrat haben ihre Haltung klar formuliert: Das Übernahmeangebot der Italiener werde dem Wert der Bank nicht gerecht. Aktionäre sollten ihre Anteile behalten und das Angebot ablehnen. Eine unmissverständlichere Botschaft ist kaum denkbar.

Viele Gegner, ein Käufer

Die Front der Ablehnenden ist breit. Der Bund hält noch gut 12 Prozent und positioniert sich klar gegen eine feindliche Übernahme. Auch Betriebsrat und Belegschaft stehen auf derselben Seite. UniCredit hingegen hat sich den Kaufpreis für weitere Anteile bereits gesichert und kommt so zusammen auf 38,87 Prozent der Stimmrechte — ohne auch nur einen Vertreter zur heutigen HV zu schicken, wie schon im vergangenen Jahr.

Aktionärsvertreter und Fondsgesellschaften nutzten die Bühne für kritische Fragen: Unter welchen Umständen würde das Management überhaupt offene Gespräche mit UniCredit führen? Diese Frage ist nicht neu — doch sie trifft einen wunden Punkt. Commerzbank hat Dialoge zwar nicht grundsätzlich ausgeschlossen, eine konkrete Annäherung ist bislang aber nicht erkennbar.

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Stimmrechtsbewegungen im Hintergrund

Parallel zur HV wurden mehrere Stimmrechtsmeldungen veröffentlicht. Morgan Stanley kam zum 14. Mai auf eine Gesamtposition von 5,31 Prozent, davon der Großteil über Derivate und Optionen. BlackRock hält per gleichem Datum knapp 5,12 Prozent, überwiegend direkt über Aktien. Citigroup meldete ebenfalls rund 5,12 Prozent, nach einem Anstieg des direkt gehaltenen Anteils auf 1,47 Prozent.

Solche Positionsveränderungen großer Finanzinstitute sind bei einem Übernahmekandidat keine Nebensache — sie spiegeln das gestiegene Interesse institutioneller Marktteilnehmer an einem Titel wider, dessen Schicksal noch offen ist.

Die Commerzbank-Aktie reagierte auf das Gesamtbild mit einem leichten Abschlag von rund 0,8 Prozent auf etwa 35,85 Euro — und liegt damit noch immer über dem UniCredit-Angebotspreis. Das ist zumindest ein Signal, dass ein Teil des Marktes auf mehr hofft als das, was Mailand bislang auf den Tisch gelegt hat.

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Commerzbank Aktie

36,22 EUR

+ 0,19 EUR +0,51 %
KGV 15,04
Sektor Finanzdienstleistungen
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 39,41 Mrd. EUR
ISIN: DE000CBK1001 WKN: CBK100

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