Commerzbank Aktie: Zinsüberschuss-Dämpfer?
Der Quartalsgewinn legte zu, während die DZ Bank ihre Bewertung senkte und die Commerzbank für 2026 weniger Zinsüberschuss erwartet.

Kurz zusammengefasst
- DZ Bank senkt Empfehlung und fairen Wert
- RBC reduziert Kursziel auf 39 Euro
- Nettogewinn steigt um rund 45 Prozent
- Commerzbank beschreibt konstruktive UniCredit-Gespräche
Die DZ Bank hat Commerzbank am Donnerstag von „Kaufen“ auf „Halten“ herabgestuft. Medienberichten zufolge senkte das Analysehaus zugleich den fairen Wert von 46 auf 40 Euro. Analyst Philipp Häßler begründete die Entscheidung mit den Aussagen zum Zinsüberschuss und fehlenden kurzfristigen Kurstreibern. Die mögliche Übernahme durch UniCredit bleibe das beherrschende Thema.
Zinserwartungen belasten die Einschätzungen
Auch RBC Capital Markets reduzierte am Donnerstag das Kursziel von 41 auf 39 Euro und bestätigte „Sector Perform“. Medienberichten zufolge verwies Analystin Anke Reingen auf Unsicherheit über die kurzfristigen Folgen einer möglichen UniCredit-Übernahme. Zugleich sei das Vertrauen in die Aussichten für den Nettozinsertrag getrübt.
Die Commerzbank hatte am Donnerstag ihre Prognose für den Zinsüberschuss wegen des Wettbewerbs um Kundeneinlagen angepasst. Statt rund 8,6 Mrd. Euro erwartet sie für 2026 rund 8,5 Mrd. Euro.
Gewinnzuwachs und Gespräche mit UniCredit
Beim Nettogewinn meldete die Bank für das dritte Quartal 2026 einen Anstieg auf 859 Mio. Euro. Das entsprach einem Zuwachs von rund 45 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Das operative Ergebnis erreichte im selben Quartal 1,31 Mrd. Euro und lag damit 25 Prozent höher. Reuters zufolge blieben die Quartalswerte leicht unter den Erwartungen der Analysten. Für Januar bis September meldete die Commerzbank dennoch das beste Neunmonatsergebnis ihrer Geschichte.
Zum Stand der Übernahmegespräche erklärte Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp am Donnerstag, es gebe regen Kontakt mit UniCredit, auch auf Vorstandsebene. Die Gespräche seien konstruktiv und professionell. Laut Reuters skizzierte die Commerzbank eine mögliche schrittweise Integration: zunächst als Tochtergesellschaft im UniCredit-Konzern, später möglicherweise durch eine Fusion mit der UniCredit-Tochter HypoVereinsbank.
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