Commerzbank: Aktienleih-Volumen um 2.000 Prozent
Die Commerzbank verzeichnet einen historischen Anstieg der Aktienleihe, getrieben durch den UniCredit-Deal. Der Kurs nähert sich dem Jahreshoch.

Kurz zusammengefasst
- Aktienleihe seit März um 2000% gestiegen
- UniCredit-Übernahmeofferte treibt Arbitrage-Geschäfte
- Tagesgeld-Aktion mit bis zu 5% Zinsen
- Kurs klettert auf 37,28 Euro
Hinter den Kulissen der Commerzbank braut sich etwas zusammen. Institutionelle Investoren leihen in beispiellosem Ausmaß Aktien des Frankfurter Instituts. Die Folge: Die Auslastungsquote der verfügbaren Titel explodiert. Das treibt den Kurs, wirft aber auch Fragen zur Strategie der Großbanken auf.
Arbitrage um UniCredit-Deal
Seit dem Frühjahr verzeichnen Marktdaten eine extreme Entwicklung. Die Leihe von Commerzbank-Titeln stieg seit Anfang März um über 2.000 Prozent. Mittlerweile ist die Hälfte aller dafür verfügbaren Aktien verliehen.
Das Management vermutet Investmentbanken hinter diesem Ansturm. Solche Leihgeschäfte dienen oft der Absicherung. Im aktuellen Fall dreht sich alles um die laufende Übernahmeofferte der UniCredit. Die Italiener hatten bereits im September 2024 ein erstes Aktienpaket erworben.
Offensive im Privatkundengeschäft
Parallel dazu kämpft das Institut um neue Einlagen. Die Bank bietet aktuell bis zu fünf Prozent Zinsen auf Tagesgeld. Die Aktion läuft drei Monate und ist an den sportlichen Erfolg der deutschen Nationalelf gekoppelt. Kunden können maximal 50.000 Euro zu diesen Konditionen anlegen.
Die Frist für dieses Angebot endet am 10. Juni. Damit will die Bank offensiv Marktanteile im Retail-Sektor gewinnen. Chefvolkswirt Jörg Krämer blickt derweil besorgt auf das wirtschaftliche Umfeld. Er warnt vor den Folgen des Iran-Krieges für die deutsche Exportindustrie.
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Kurs nimmt Jahreshoch ins Visier
An der Börse reagieren Marktteilnehmer positiv auf die Gesamtlage. Die Aktie klettert heute um knapp 2,6 Prozent auf 37,28 Euro. Damit rückt das erst kürzlich markierte 52-Wochen-Hoch bei 38,15 Euro wieder in greifbare Nähe.
Technisch steht das Papier stabil dar. Der Kurs notiert komfortabel über der 50-Tage-Linie. Indes signalisiert der Relative-Stärke-Index mit einem Wert von rund 58 ein neutrales Niveau. Die Aktie gilt somit aktuell nicht als überkauft.
Das Zusammenspiel aus starkem Chart und massiver Leihaktivität verspricht hochvolatile Handelstage. Sobald die Frist für das UniCredit-Umtauschangebot näher rückt, müssen die Leerverkäufer ihre Positionen glattstellen. Das dürfte den Kurs der Commerzbank weiter antreiben.
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