Commerzbank: Giorgetti unterstützt UniCredit-Gebot
Italien unterstützt UniCredit-Offerte, Berlin lehnt ab. Commerzbank-Chefin Orlopp verteidigt die Eigenständigkeit gegen die Übernahmepläne.

Kurz zusammengefasst
- Italienischer Finanzminister stellt sich hinter UniCredit
- Orcel kritisiert Commerzbank-Vorstand scharf
- Orlopp warnt vor Gefahren für Mittelstand
- Hauptversammlung im Mai entscheidet über Abwehr
Rom stützt Mailand, Berlin blockt ab. Im Übernahmekampf um die Commerzbank verhärten sich die politischen Fronten. Italiens Finanzminister Giancarlo Giorgetti stellt sich nun offiziell hinter das Angebot der UniCredit. Er widerspricht damit Bundeskanzler Friedrich Merz. Der Italiener knüpft sein Jawort an eine Bedingung. Der Hauptsitz der UniCredit darf nicht nach Deutschland wandern.
Parallel dazu verschärft UniCredit-Chef Andrea Orcel seine Kritik. Er wirft dem Frankfurter Vorstand strukturelle Schwächen vor. Ein günstiges Zinsumfeld kaschiere diese Probleme lediglich. Orcel fordert den Rückzug aus unprofitablen Auslandsmärkten.
Die Folge: Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp kontert sofort. Sie verteidigt die Eigenständigkeit ihres Hauses. Eine feindliche Übernahme gefährde die Stabilität des deutschen Mittelstands. Die Konzernführung sieht in den Plänen aus Italien keine wertstiftende Fusion. Vielmehr handele es sich um ein hartes Restrukturierungsprogramm.
Kein Wunder, dass die Börse nervös auf den Schlagabtausch reagiert. Am Donnerstag gibt die Commerzbank-Aktie leicht auf 34,45 Euro nach. Auf Jahressicht steht dennoch ein sattes Plus von fast 44 Prozent auf der Kurstafel. Die hohe Volatilität spiegelt die Unsicherheit der Investoren wider.
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Operative Fakten im Mai
Am 8. Mai präsentiert die Commerzbank ihre Zahlen zum ersten Quartal. Analysten erwarten im Schnitt einen leichten Gewinnanstieg. Der Umsatz soll bei gut drei Milliarden Euro liegen. RBC-Experten stufen das Papier zwar auf „Outperform“ hoch. Sie warnen jedoch ausdrücklich vor den spekulativen Risiken des Übernahmekampfes.
Die entscheidende Weichenstellung folgt knapp zwei Wochen später. Am 20. Mai treffen sich die Aktionäre zur Hauptversammlung in Wiesbaden. Der Vorstand will die Eigenständigkeit durch Kapitalrückführungen sichern. Auf der Agenda stehen zwei wichtige Abstimmungen:
- Eine vorgeschlagene Dividende von 1,10 Euro je Aktie für 2025.
- Die Ermächtigung für Aktienrückkäufe von bis zu zehn Prozent des Grundkapitals.
Stimmen die Eigentümer diesen Punkten zu, erhält das Management ein mächtiges Werkzeug. Eine hohe Bewertung der eigenen Aktie bleibt Orlopps stärkster Schutz im Abwehrkampf gegen Mailand.
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