Commerzbank: UniCredit-Aktionäre billigen 470 Millionen Aktien
UniCredit erhält grünes Licht für Aktientausch-Angebot an Commerzbank-Aktionäre. Der deutsche Staat und das Commerzbank-Management lehnen die Übernahme ab.

Kurz zusammengefasst
- Kapitalerhöhung von UniCredit genehmigt
- Reiner Aktientausch für Commerzbank-Anteile
- Commerzbank wehrt sich gegen Übernahme
- Offizielles Angebot für morgen erwartet
Das Übernahmeringen um die Commerzbank tritt in seine entscheidende Phase. UniCredit-Aktionäre stimmten heute auf einer außerordentlichen Hauptversammlung in Mailand der nötigen Kapitalerhöhung zu — das formelle Angebot soll morgen folgen.
Grünes Licht aus Mailand
Die Investoren genehmigten die Ausgabe von bis zu 470 Millionen neuen UniCredit-Aktien. Der Verwaltungsrat entscheidet nun über Ausgabepreis und genauen Umfang. Bemerkenswert: In den Abstimmungsunterlagen warnte UniCredit selbst davor, dass erwartete Synergien und Effizienzgewinne möglicherweise nicht eintreten könnten.
Das angekündigte Angebot sieht einen reinen Aktientausch vor. 0,485 UniCredit-Aktien je Commerzbank-Aktie — das entsprach bei der Ankündigung im März 2026 rund 35 Milliarden Euro. Seither ist die Commerzbank-Aktie deutlich gestiegen. Der aktuelle Börsenwert liegt bei rund 40 Milliarden Euro, das Angebot liegt damit spürbar unter dem Marktwert.
UniCredit-Chef Andrea Orcel hält sich eine Nachbesserung offen. Er plant eine vierwöchige Annahmefrist, die sich bei Anpassungen um zwei Wochen verlängern könnte. Einen Rückzug schloss er aus: „Die Zahlen stützen diese Haltung.“
Commerzbank stemmt sich gegen den Deal
Die Commerzbank weist das Vorgehen klar zurück. Das Angebot enthalte keine konkreten Pläne für einen wertschaffenden Zusammenschluss — weder Umsetzungskosten noch einen Zeitplan. CEO Bettina Orlopp bekennt sich zur Eigenständigkeit, gestützt vom deutschen Bund. Der Bund hält rund 12 Prozent der Anteile und lehnt einen Verkauf bisher ab.
Die institutionellen Investoren werden zur Schlüsselgruppe. Sie kontrollieren rund 37 Prozent der Commerzbank-Aktien. UniCredit muss sie überzeugen — und dabei den politischen Widerstand aus Berlin überwinden.
Rückenwind kommt hingegen aus Frankfurt. Die EZB-Bankenaufseherin Claudia Buch kritisiert den zersplitterten europäischen Bankenmarkt und fordert mehr grenzüberschreitende Integration. Das regulatorische Umfeld begünstigt damit eher die Mailänder.
Commerzbank setzt auf operative Stärke
Die Commerzbank will am 8. Mai ihre Quartalszahlen vorlegen. Dabei soll sie auch ihre Finanzziele anheben und ein Strategie-Update präsentieren — als Argument für die Eigenständigkeit.
Die Commerzbank-Aktie steht unter Druck. Mit einem Kurs von 34,24 Euro verliert sie heute rund 2,8 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt sie 6,2 Prozent im Minus — obwohl sie im Zwölfmonatsvergleich noch rund 41 Prozent zugelegt hat.
Läuft alles nach Plan, folgt das offizielle Angebot am 5. Mai. Ein Ergebnis der Annahmefrist wäre dann Ende Juni oder im Juli 2026 zu erwarten. Ein endgültiger Abschluss käme frühestens 2027.
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