Conagra, Pfizer und Campbell Soup: Fünf S&P-500-Titel mit über 5 % Dividende
Fünf S&P-500-Unternehmen locken mit Dividendenrenditen von bis zu 7,3 Prozent. Doch hohe Ausschüttungen sind oft die Folge gefallener Kurse.

Kurz zusammengefasst
- Conagra führt mit 7,3 % Rendite
- Pfizer bietet 6,4 % Dividendenrendite
- Campbell Soup verliert deutlich an Wert
- LyondellBasell mit starkem Kursplus
Hohe Dividendenrenditen locken — aber sie können auch warnen. Im S&P 500 liefern aktuell fünf Aktien Ausschüttungsrenditen zwischen 5,5 und 7,3 Prozent. Was auf den ersten Blick nach passivem Einkommen klingt, erzählt bei genauerem Hinsehen vor allem eine Geschichte gefallener Kurse. Conagra Brands, Alexandria Real Estate Equities, Pfizer, LyondellBasell und Campbell Soup stehen stellvertretend für ein Muster: Reife Geschäftsmodelle unter Druck, die ihre Aktionäre mit üppigen Zahlungen bei Laune halten.
Die entscheidende Frage ist nicht, wie hoch die Rendite heute ausfällt. Sondern ob sie morgen noch gezahlt werden kann.
| Rang | Unternehmen | Dividendenrendite |
|---|---|---|
| 1 | Conagra Brands | 7,3 % |
| 2 | Alexandria Real Estate Equities | 7,2 % |
| 3 | Pfizer | 6,4 % |
| 4 | LyondellBasell Industries | 5,5 % |
| 5 | Campbell Soup | 5,5 % |
Conagra Brands: Kursverlust treibt die Rendite auf 7,3 %
Der Nahrungsmittelkonzern führt das Ranking an — allerdings nicht, weil die Dividende gestiegen wäre. Bei einem Kurs von 12,01 Euro notiert die Aktie rund 43 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Der RSI von 30,9 signalisiert überverkauftes Terrain. Seit Jahresbeginn hat der Titel knapp 19 Prozent verloren.
Hinter dem Kursrutsch steckt ein strukturelles Problem. Konsumenten greifen bei steigenden Lebenshaltungskosten verstärkt zu Handelsmarken. Marken wie Birds Eye, Slim Jim oder Hunt’s verlieren Regalanteile, während das Management gleichzeitig Preiserhöhungen durchsetzen muss, um die Margen zu halten. Dieser Spagat gelingt bislang nur bedingt.
Die jährliche Ausschüttung von 0,88 Euro je Aktie muss durch den freien Cashflow gedeckt bleiben. Solange das der Fall ist, bleibt die Dividende intakt. Ein weiteres Risiko: die hohe Verschuldung aus früheren Übernahmen, die im aktuellen Zinsumfeld schwerer wiegt als noch vor zwei Jahren. Das Management setzt verstärkt auf Tiefkühlkost und Snacks, um jüngere Käuferschichten zu erreichen und die Volumina zu stabilisieren.
Alexandria Real Estate Equities: Life-Science-REIT im Zinsschraubstock
Mit 7,2 Prozent Dividendenrendite folgt Alexandria auf dem zweiten Platz. Der auf Laborflächen und Life-Science-Campus spezialisierte REIT hat vergangene Woche zwar knapp 13 Prozent zugelegt, handelt aber weiterhin rund 41 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Die Volatilität ist mit annualisierten 56 Prozent für einen Immobilienwert außergewöhnlich hoch.
Alexandrias Geschäftsmodell hat einen entscheidenden Vorteil: Forschung und Laborarbeit lassen sich nicht ins Homeoffice verlagern. Die Mieter — Pharma- und Biotech-Konzerne in Spitzenlagen wie Boston, San Francisco und San Diego — gelten als zahlungskräftig und vertragstreu. Die Mieteinnahmen sind also vergleichsweise sicher.
Das Problem liegt anderswo. Als REIT muss Alexandria den Großteil der Gewinne ausschütten und kann weniger intern thesaurieren. Gleichzeitig drücken hohe Refinanzierungskosten auf die Margen. Solange die Zinsen auf erhöhtem Niveau verharren, bleiben die Spielräume für Dividendensteigerungen eng. Der RSI von 16,1 deutet auf eine extrem überverkaufte Situation hin — ein mögliches Kontra-Signal für antizyklische Investoren.
Pfizer: Über 6 % Rendite als Entschädigung für die Post-Covid-Durststrecke
Der Pharmariese zahlt aktuell 6,4 Prozent Dividendenrendite bei einem Kurs von 22,58 Euro. Im Zwölf-Monats-Vergleich steht ein Plus von gut 12 Prozent — eine moderate Erholung nach den schweren Einbußen der Post-Pandemie-Phase.
Pfizer steckt mitten in einer Transformation. Die Rekordumsätze durch Covid-Vakzine und -Medikamente sind Geschichte. Jetzt muss der Konzern mit milliardenschweren Zukäufen — allen voran die Seagen-Übernahme — seine Onkologie-Pipeline auffüllen, um bevorstehende Patentabläufe bei wichtigen Produkten abzufedern. Die Integration ist komplex und bindet Management-Ressourcen.
Die gute Nachricht: Die bestehenden Einnahmen aus dem Onkologie- und Immunologie-Portfolio decken die aktuelle Ausschüttung von 1,44 Euro je Aktie solide ab. Pfizer gilt als verlässlicher Dividendenzahler — der Titel funktioniert als klassischer „Yield-Play“, bei dem Anleger für Geduld bis zum nächsten Wachstumszyklus entlohnt werden. Sollten allerdings vielversprechende Pipeline-Kandidaten in der klinischen Prüfung scheitern, könnte der Markt die langfristige Ausschüttungsfähigkeit anzweifeln.
LyondellBasell Industries: Zyklik trifft auf Dividendenstärke
LyondellBasell teilt sich mit Campbell Soup den vierten Rang bei 5,5 Prozent Rendite — doch die Ausgangslage könnte unterschiedlicher kaum sein. Der Chemiekonzern hat seit Jahresanfang rund 66 Prozent zugelegt und notiert bei 62,74 Euro deutlich über seinem 200-Tage-Durchschnitt. Der RSI von 68,2 nähert sich dem überkauften Bereich.
Die hohe Dividende von 3,43 Euro je Aktie ist für einen Industriewert dieser Größe bemerkenswert. LyondellBasell profitiert in Nordamerika von günstigen Erdgaspreisen, die einen Kostenvorteil gegenüber europäischen und asiatischen Wettbewerbern sichern. Die effiziente Kostenstruktur hat dem Konzern auch in schwierigen Zyklen erlaubt, an der Ausschüttung festzuhalten.
Drei Punkte verdienen besondere Beachtung:
- Konjunkturabhängigkeit: Als Hersteller von Polymeren und Raffinerieprodukten trifft eine globale Nachfrageschwäche LyondellBasell direkt.
- Kreislaufwirtschaft: Investitionen in Kunststoffrecycling positionieren das Unternehmen für verschärfte regulatorische Anforderungen in Europa und den USA.
- Bewertung: Nach der kräftigen Rally seit Dezember ist ein Teil des Aufholpotenzials bereits eingepreist.
Campbell Soup: Solide Ausschüttung, schrumpfende Bewertung
Campbell Soup rundet das Ranking mit ebenfalls 5,5 Prozent Dividendenrendite ab. Die Bilanz fällt hier allerdings düster aus: Seit Jahresbeginn hat die Aktie knapp ein Viertel ihres Wertes verloren, auf Zwölf-Monats-Sicht sogar über 42 Prozent. Bei 17,92 Euro notiert der Kurs nur noch knapp sechs Prozent über dem 52-Wochen-Tief.
Der Markt behandelt Campbell Soup derzeit als reines Einkommensvehikel, nicht als Wachstumsstory. Das Portfolio — neben den namensgebenden Suppen auch Marken wie Goldfish und Snyder’s — kämpft in einem inflationären Umfeld um Margen. Der Trend zu frischen, weniger verarbeiteten Lebensmitteln belastet das Kernsegment zusätzlich.
Auf der Habenseite steht eine jahrzehntelange Ausschüttungshistorie. Die aktuelle Rendite liegt deutlich über dem historischen Durchschnitt des Unternehmens, was auf eine Unterbewertung hindeuten könnte. Das Management treibt Effizienzprogramme voran, um die Kostenbasis zu senken. Für konservative Depots bleibt die Aktie durch ihre geringe Volatilität und die verlässliche Zahlung ein Baustein — vorausgesetzt, der Kursverfall findet einen Boden.
Dividendenstärke mit Fragezeichen
Die fünf renditestärksten S&P-500-Titel zeigen ein gemeinsames Muster: Hohe Ausschüttungsquoten treffen auf operative Herausforderungen. Bei Conagra und Campbell Soup erodieren Marktanteile. Alexandria kämpft mit dem Zinsumfeld. Pfizer muss den Post-Covid-Umbau stemmen. Einzig LyondellBasell sticht mit einer starken Kursentwicklung heraus — hier resultiert die Rendite nicht primär aus einem Kursverfall.
Für einkommensorientierte Anleger lohnt der Blick hinter die Prozentzahl. Entscheidend ist, ob der freie Cashflow die jeweilige Dividende dauerhaft trägt. Eine Rendite von sieben Prozent nützt wenig, wenn im nächsten Quartal die Kürzung folgt.
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