CoreWeave Aktie: Backlog springt auf 104 Milliarden Dollar
CoreWeave verdoppelt Umsatz im Q2 2026 und erhöht Jahresprognose. Der Auftragsbestand wächst auf 104 Milliarden US-Dollar, während Investoren die NVIDIA-Abhängigkeit kritisch beobachten.

Kurz zusammengefasst
- Umsatzplus von 112 Prozent
- Backlog erreicht 104 Milliarden Dollar
- Jahresprognose auf 13,2 Milliarden angehoben
- Kritik an NVIDIA-Abhängigkeit
Der Spezialist für KI-Infrastruktur CoreWeave hat gestern seine Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorgelegt und dabei die Erwartungen beim Umsatz übertroffen.
Während das Unternehmen weiterhin massiv in den Ausbau seiner Rechenkapazitäten investiert, sorgt ein sprunghaft angestiegener Auftragsbestand für Gesprächsstoff unter Investoren. Die Aktie beendete den Handel am Freitag bei 91,39 Euro, was einem leichten Tagesverlust von 0,9 Prozent entspricht.
Umsatzdynamik und massive Investitionspläne
Im abgelaufenen zweiten Quartal konnte CoreWeave seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppeln. Das Unternehmen wies Erlöse in Höhe von 2,58 Milliarden US-Dollar aus, was einem Zuwachs von 112 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit lag das Ergebnis leicht über den Prognosen der Analysten, die im Schnitt mit 2,56 Milliarden US-Dollar gerechnet hatten. Das bereinigte Betriebsergebnis belief sich auf 128 Millionen US-Dollar, während unter dem Strich ein Nettoverlust von 626 Millionen US-Dollar verblieb.
Besonderes Augenmerk legten Marktteilnehmer auf den Auftragsbestand (Backlog), der laut Unternehmensangaben auf rund 104 Milliarden US-Dollar angewachsen ist. Dies entspricht einer Steigerung von 246 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Für das Gesamtjahr 2026 strebt das Management nun einen Umsatz zwischen 12,4 Milliarden und 13,2 Milliarden US-Dollar an. Um dieses Wachstum zu realisieren, sind Kapitalausgaben in einer Spanne von 35 Milliarden bis 39 Milliarden US-Dollar geplant.
Kritik an NVIDIA-Abhängigkeit und Analysteneinschätzungen
Trotz der beeindruckenden Wachstumszahlen gibt es kritische Stimmen zur Struktur des Geschäftsmodells. Der Leerverkäufer Jim Chanos warnte am Freitag davor, dass sogenannte „Neocloud“-Anbieter wie CoreWeave primär als finanzielle Vermittler agieren und keinen eigenständigen technologischen Burggraben besäßen. Laut Chanos hänge der Erfolg des Unternehmens fast vollständig von der Zuteilung und Kontrolle durch den Chip-Produzenten NVIDIA ab.
Dem gegenüber steht eine weiterhin optimistische Grundstimmung bei vielen Analysehäusern. Der Konsens der Analysten rät derzeit zum Kauf der Aktie, wobei die Kursziele in einer Spanne von 137 bis 143 US-Dollar liegen. Auch Jim Cramer äußerte sich positiv und sprach von einem „Monster-Quartal“, wobei er hervorhob, dass die für den Betrieb notwendigen NVIDIA-Chips ihren Wert stabil halten dürften.
Marktpositionierung und institutionelles Interesse
Das Marktumfeld für KI-Infrastruktur bleibt von hoher Dynamik geprägt. Berichten zufolge arbeitet Goldman Sachs an einem umfangreichen Finanzierungsprogramm für KI-Infrastruktur, bei dem NVIDIA als Rückhalt für Kredite fungieren könnte. CoreWeave selbst sicherte sich zuletzt weitere Partnerschaften, darunter einen Vertrag mit Backblaze über 335 Millionen US-Dollar zur Verarbeitung von KI-Daten.
Anleger blicken zudem auf die Besitzverhältnisse des Unternehmens. Aus aktuellen Pflichtmitteilungen an die US-Börsenaufsicht SEC geht hervor, dass eine Gruppe von Investoren inzwischen einen Anteil von 11,6 Prozent an CoreWeave hält.
Trotz der jüngsten Kursrücksetzer verzeichnet die Aktie seit Jahresbeginn ein deutliches Plus von 43 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 132,00 Euro ist das Papier aktuell jedoch rund 31 Prozent entfernt. Im laufenden dritten Quartal erwartet das Unternehmen nun Umsätze zwischen 3,45 Milliarden und 3,6 Milliarden US-Dollar.
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