CoreWeave Aktie: Redburn stuft zum Verkauf ab
CoreWeave wächst stark, doch hohe Zinskosten, ein teurer Infrastrukturausbau und eine Verkaufsempfehlung belasten die Aktie und Margen.
Kurz zusammengefasst
- Rothschild & Co Redburn rät zum Verkauf
- Anleihe über 1,1 Milliarden US-Dollar
- Umsatzplus von 112,5 Prozent
- Nettozinsaufwand erreicht 640 Millionen US-Dollar
Das rasante Wachstum des Spezialisten für Künstliche Intelligenz erhält einen Dämpfer von Analystenseite. Während CoreWeave auf prall gefüllte Orderbücher verweist, mehren sich die Warnungen vor den finanziellen Lasten des massiven Infrastrukturausbaus. Im europäischen Handel gibt der Titel heute leicht nach und steht bei 74,24 Euro. Mit einem Minus von 0,3 Prozent verharrt das Papier damit rund 44 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Analysten warnen vor Margendruck
Auslöser der neuen Vorsicht ist eine Verkaufsempfehlung von Rothschild & Co Redburn. Analyst Alex Haissl stufte die Aktie mit einem Kursziel von 54,00 US-Dollar ein. Er warnt vor strukturellen Risiken bei Vermietern von Rechenleistung für KI-Modelle.
Nach Einschätzung des Analysehauses treiben finanzstarke Start-ups die Preise für GPU-Kapazitäten derzeit auf ein Niveau, das langfristig kaum haltbar sei. Zudem gerate der freie Cashflow großer Technologiekonzerne durch die gigantischen Investitionsausgaben zunehmend unter Druck. Das Chancen-Risiko-Verhältnis bei CoreWeave sei vor diesem Hintergrund unzureichend attraktiv.
Milliardenanleihe für neues Rechenzentrum
Gleichzeitig schreitet der Ausbau der physischen Infrastruktur mit hohem Tempo voran. Ein von Goldman Sachs geführtes Bankenkonsortium startete den Verkauf einer Hochzinsanleihe über rund 1,1 Milliarden US-Dollar. Die Emission dient der Finanzierung des Rechenzentrums-Projekts „Digital Drive“ nahe Richmond im US-Bundesstaat Virginia.
Hinter dem Vorhaben stehen unter anderem Partner von Blue Owl Capital. CoreWeave hat die gesamte IT-Kapazität von 76 Megawatt über einen 15-Jahres-Mietvertrag im Volumen von 2,94 Milliarden US-Dollar angemietet. Die Inbetriebnahme der Anlage ist für den Zeitraum zwischen 2027 und 2028 geplant.
Für CoreWeave bedeutet der Vertrag eine langfristige Standortsicherung. Allerdings verdeutlicht die Rendite der Anleihe im mittleren neunprozentigen Bereich auch das anspruchsvolle Finanzierungsumfeld für solche Großprojekte.
Hohe Zinslast und Insiderverkäufe
Das operative Bild des Unternehmens bleibt zweigeteilt. Einerseits wuchs der Umsatz im zweiten Quartal um 112,5 Prozent auf 2,58 Milliarden US-Dollar. Großkunden wie Meta, Microsoft und OpenAI füllen die Auftragsbücher auf mehr als 100 Milliarden US-Dollar.
Andererseits wiegt die Gesamtverschuldung schwer, die sich mittlerweile auf rund 30 Milliarden US-Dollar beläuft. Allein im zweiten Quartal fiel ein Nettozinsaufwand von 640 Millionen US-Dollar an, was die Nettomarge mit minus 25,41 Prozent tief in den roten Bereich drückte.
Für zusätzliche Zurückhaltung bei Investoren sorgen jüngste Anteilsveräußerungen aus der Führungsetage. Vorstandschef Michael Intrator trennte sich am 15. September von 200.000 Aktien für insgesamt 16,38 Millionen US-Dollar.
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