Covestro Aktie: Squeeze-out kommt

Der neue Eigentümer XRG drängt Minderheitsaktionäre aus Covestro. Das Delisting folgt nach einem Jahr mit stark rückläufigem Umsatz und operativem Ergebnis.

Kurz zusammengefasst:
  • XRG plant Squeeze-out mit 95,1 Prozent Aktienanteil
  • Umsatz und EBITDA 2025 deutlich eingebrochen
  • Keine Dividendenzahlung für das vierte Jahr in Folge
  • Vorstandschef Steilemann kündigt seinen Abgang an

Der neue Eigentümer macht Ernst: XRG will die verbliebenen Minderheitsaktionäre von Covestro aus dem Unternehmen drängen. Das Delisting steht unmittelbar bevor – und die vorgelegten Zahlen zeigen, warum der Kunststoffkonzern dringend Handlungsspielraum braucht.

Der Öl-Riese aus Abu Dhabi hält mittlerweile 95,1 Prozent aller Covestro-Aktien. Auf der für Mai geplanten Hauptversammlung sollen die Aktionäre über den aktienrechtlichen Squeeze-out abstimmen. Vorstand und Aufsichtsrat unterstützen den Schritt. Damit würde die ehemalige Bayer-Tochter endgültig von der Börse verschwinden.

Covestro

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Schwaches Geschäftsjahr 2025

Die Zahlen für 2025 unterstreichen die angespannte Lage: Der Umsatz sank um 8,7 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis brach noch deutlicher ein – das EBITDA fiel um knapp 31 Prozent auf 740 Millionen Euro. Besonders belastend: Der Free Operating Cash Flow rutschte mit minus 283 Millionen Euro ins Negative.

Im Segment Performance Materials, das knapp die Hälfte des Konzernumsatzes ausmacht, gingen die Erlöse von 7,0 auf 6,1 Milliarden Euro zurück. Eine Dividende wird es für 2025 nicht geben – zum vierten Mal in Folge. Zuletzt hatte Covestro 2021 eine Ausschüttung von 3,40 Euro je Aktie gezahlt.

Keine Besserung in Sicht

Vorstandschef Markus Steilemann zeichnet ein düsteres Bild: „Die wirtschaftliche Lage ist extrem angespannt. Wir können in Deutschland eigentlich durch die Bank keine nachhaltigen konjunkturellen Trends erkennen.“ Die Produktion in der Chemieindustrie stecke in einem 30-Jahre-Tief.

Für 2026 rechnet der Konzern mit einem EBITDA auf Vorjahresniveau. Überkapazitäten, Preisdruck und protektionistische Handelspolitik belasten weiter. Die Anlagenauslastung bleibt extrem niedrig. Immerhin: Beim Free Operating Cash Flow und der Kapitalrendite erwartet Covestro eine deutliche Verbesserung.

Management verlässt das Unternehmen

Die Übernahme durch XRG leitet einen personellen Umbruch ein. Steilemann kündigte an, nach Ablauf seiner bis Mai 2028 laufenden Amtszeit nicht weiterzumachen. Finanzvorstand Christian Baier hatte bereits im Dezember seinen Abgang zum September angekündigt. Der Aufsichtsrat muss nun beide Positionen neu besetzen.

Operativ setzt Covestro auf sein Sparprogramm STRONG. Bis Ende 2025 wurden bereits rund 275 Millionen Euro eingespart, bis 2028 sollen es 400 Millionen Euro jährlich werden. Zudem kauft der Konzern zwei Produktionsstandorte für HDI-Derivate in Thailand und Texas von Vencorex – die Transaktion soll in der ersten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden.

Mit der Übernahme durch Adnoc – eine der größten ausländischen Übernahmen eines EU-Unternehmens durch einen Golfstaat – erhält Covestro mehr finanziellen Spielraum. Die neue Eigentümerstruktur soll langfristige Investitionen in Kreislaufwirtschaft, Digitalisierung und KI ermöglichen. Für die verbliebenen Aktionäre endet damit jedoch die Börsenära des Leverkusener Konzerns.

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