Covestro Aktie: Squeeze-out nach 19. Mai rechtswirksam
Covestro-Aktionären droht Verlust beim Squeeze-out. Die Abfindung liegt unter dem ursprünglichen Übernahmeangebot von 62 Euro.
Kurz zusammengefasst
- Squeeze-out nach Hauptversammlung kurz vor Abschluss
- Abfindung von 59,46 Euro je Aktie festgelegt
- Rechtsweg für Nachbesserung bleibt offen
- Umsatzplus von 5 Prozent im ersten Quartal
Der Börsenabschied von Covestro ist eine Frage von Tagen. Nach der Hauptversammlung vom 19. Mai fehlt nur noch der Handelsregistereintrag — dann wird der Squeeze-out rechtswirksam, und die verbliebenen Minderheitsaktionäre werden automatisch ausgezahlt.
Die Aktie spiegelt das wider. Bei 59,80 Euro und einer annualisierten Volatilität von gerade einmal 1,46 Prozent handelt der Titel längst wie ein reiner Abfindungswert. Kursbewegungen sind faktisch bedeutungslos geworden.
Abfindung unter dem Übernahmepreis
Haupteigentümer XRG hat die Barabfindung auf 59,46 Euro je Aktie festgesetzt — gestützt auf ein Gutachten von PricewaterhouseCoopers. Das liegt spürbar unter dem ursprünglichen Übernahmeangebot von 62 Euro. Wer damals nicht angedient hat, verliert gegenüber frühen Verkäufern rund 2,54 Euro je Aktie.
Nach Vollzug des Squeeze-out bleibt der Rechtsweg offen. Die Kanzlei ARENDTS ANWÄLTE hat bereits angekündigt, Minderheitsaktionäre in einem Spruchverfahren zu vertreten, das auf eine gerichtliche Nachbesserung der Abfindung abzielt. Solche Verfahren laufen parallel zum vollzogenen Eigentumsübergang — und können sich über Jahre hinziehen, ohne den Squeeze-out selbst zu stoppen.
Operative Erholung, aber schwieriges Erbe
Im ersten Quartal 2026 legte Covestro beim Umsatz um rund 5 Prozent auf etwa 3,8 Milliarden Euro zu. Höhere Volumina, ein besserer Produktmix und Effizienzmaßnahmen trugen dazu bei. Die EBITDA-Prognose für das Gesamtjahr bestätigte der Konzern.
Das Vorjahr war deutlich schwieriger: 2025 brach das EBITDA um knapp 31 Prozent auf 740 Millionen Euro ein, der Umsatz sank auf 12,9 Milliarden Euro, und unter dem Strich stand ein Konzernverlust von 644 Millionen Euro.
Das Effizienzprogramm STRONG hat bis Ende 2025 Einsparungen von 275 Millionen Euro erzielt. Das Ziel für 2028 liegt bei 400 Millionen Euro. Obendrein steht ein Führungswechsel bevor: CEO Markus Steilemann verlängert seinen bis Mai 2028 laufenden Vertrag nicht, CFO Christian Baier verlässt das Unternehmen im September.
XRG baut sein Chemieportfolio um
Während Covestro von der Börse verschwindet, formt XRG sein Chemiegeschäft neu. Der Zusammenschluss mit OMV zur Borouge Group International ist abgeschlossen — ein Polyolefinunternehmen mit einem Unternehmenswert von 60 Milliarden Dollar und einer Jahreskapazität von 13,6 Millionen Tonnen. Covestro bleibt davon getrennt als eigenständige Einheit im XRG-Portfolio.
Hinzu kommt der geplante Zukauf von zwei Vencorex-Gesellschaften mit Standorten in Rayong und Freeport, dessen Abschluss noch in der ersten Jahreshälfte 2026 erwartet wird. Mit dem Vollzug des Squeeze-out agieren rund 17.600 Mitarbeiter an 46 Standorten künftig vollständig außerhalb des Börsenumfelds — fest integriert in die Strukturen von XRG.
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