Crispr: 800 Prozent Umsatzwachstum im Q2 erwartet
Crispr Therapeutics verzeichnet im ersten Quartal einen höheren Nettoverlust, Analysten prognostizieren jedoch einen massiven Umsatzanstieg im laufenden Quartal.

Kurz zusammengefasst
- Nettoverlust von 122,9 Mio. Dollar
- Erwarteter Umsatzsprung von über 800 Prozent
- Casgevy als zentraler Wachstumstreiber
- Liquide Mittel von 2,44 Mrd. Dollar
Crispr Therapeutics liefert derzeit ein gemischtes Bild. Das erste Quartal brachte einen höheren Verlust als erwartet, zugleich stellt der Markt für das laufende Quartal einen kräftigen Umsatzsprung in Aussicht. Genau dieser Gegensatz treibt die Aktie.
Verlust im Quartal, Hoffnung im Ausblick
Im ersten Quartal 2026 lag der Umsatz bei rund 1,46 Millionen US-Dollar. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 122,9 Millionen US-Dollar. Das war zwar etwas besser als im Vorjahr, beim Ergebnis je Aktie verfehlte das Unternehmen mit -1,28 US-Dollar aber die Erwartungen leicht.
Trotzdem richtet sich der Blick der Anleger vor allem nach vorn. Für das laufende Quartal erwarten Analysten einen Umsatzanstieg von mehr als 800 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Treiber dieser Hoffnung ist vor allem Casgevy, das weiter in die Kommerzialisierung hineinläuft.
Viel Geld auf der Bilanz
Finanziell ist Crispr derzeit gut gepolstert. Zum Quartalsende lagen die liquiden Mittel und marktfähigen Wertpapiere bei rund 2,44 Milliarden US-Dollar. Der Zuwachs kam vor allem durch vorrangige Wandelanleihen im März zustande, die netto etwa 585,4 Millionen US-Dollar einbrachten.
Das verschafft dem Unternehmen Spielraum. Crispr kann damit die klinische Pipeline weiterentwickeln, ohne sofort unter Finanzierungsdruck zu geraten. Im Fokus stehen vor allem In-vivo-Leber-Editierung und CAR-T-Zelltherapien.
Aktie unter Druck, Analysten bleiben konstruktiv
An der Börse hat der Titel zuletzt Federn gelassen. Die Aktie notiert bei 41,09 Euro, nach einem Minus von 1,60 Prozent an diesem Tag. Auf 30 Tage gesehen liegt sie rund 16 Prozent im Minus und damit deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 47,87 Euro.
Trotz der Schwäche bleibt das Analystenbild relativ freundlich. Das Konsens-Rating liegt bei „Moderate Buy“. Citigroup nennt ein Kursziel von 82,00 US-Dollar, Bernstein liegt mit 56,00 US-Dollar deutlich vorsichtiger.
Casgevy bleibt der Hebel
Für die kommenden Monate bleibt Casgevy der wichtigste Treiber. In den USA läuft bereits ein Zulassungsantrag für Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren. Ein Entscheid der FDA wird im zweiten Halbjahr 2026 erwartet und könnte die Zielgruppe spürbar erweitern.
Hinzu kommen weitere klinische Daten in der zweiten Jahreshälfte, unter anderem zu CTX310 und CTX611. Genau daran hängt viel: Je breiter die Pipeline trägt, desto weniger hängt die Bewertung an einer einzelnen Therapie.
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