CSG Aktie: 15 Prozent Minus in sieben Tagen

Trotz operativer Bestwerte und steigender Umsätze fällt die CSG-Aktie weiter. Leerverkäufer und strategische Beteiligungen prägen das Bild.

Dr. Robert Sasse ·
CSG Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Kursverlust von über 15 Prozent in sieben Tagen
  • Hunterbrook Media erhebt schwere Vorwürfe
  • CSG sichert sich Anteile an Alzchem
  • Operatives Ergebnis erreicht 372 Millionen Euro

Rüstungsgüter sind weltweit gefragt wie nie, die Auftragsbücher der Hersteller quellen über. Bei der Czechoslovak Group (CSG) klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Die Papiere des Rüstungskonzerns markieren fast täglich neue Tiefstände, während das Management im Hintergrund aggressiv die Lieferketten sichert.

Am Freitag rutschte der Kurs um weitere 2,68 Prozent auf 15,24 Euro ab. Damit summiert sich der Verlust der vergangenen sieben Handelstage auf über 15 Prozent. Das im Januar markierte Rekordhoch von gut 36 Euro ist mittlerweile meilenweit entfernt.

Der anhaltende Verkaufsdruck geht auf Anfang Mai zurück. Damals veröffentlichte Hunterbrook Media schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen. Der verbundene Leerverkäufer Hunterbrook Capital wettet seitdem massiv auf fallende Kurse.

Die Kritiker bezweifeln die industrielle Substanz. Sie werfen CSG vor, den Großteil der Umsätze mit großkalibriger Munition durch Aufarbeitung und Weiterverkauf zu erzielen, statt durch eigene Fertigung. Das Management wies die Darstellung vehement zurück und verwies auf eine Eigenproduktion von rund 630.000 Schuss im vergangenen Jahr.

Zugriff auf kritische Rohstoffe

Um die eigene Position zu stärken, greift CSG nun in Deutschland zu. Der Konzern hat sich rund 20 Prozent der Anteile am Spezialchemie-Unternehmen Alzchem gesichert. Die Bayern produzieren Nitroguanidin, einen unverzichtbaren Grundstoff für Treibladungen und Munition.

Die Beteiligung setzt sich aus 9,9 Prozent direkten Stimmrechten und weiteren Finanzinstrumenten zusammen. Letztere laufen bis Mai 2027 und werden bar abgerechnet. Offiziell tritt CSG als langfristiger Finanzinvestor auf. Marktbeobachter werten den Schritt als gezielte strategische Absicherung der eigenen Lieferkette.

Volle Kassen, volle Pipeline

Operativ läuft die Maschine derweil auf Hochtouren. Im ersten Quartal kletterte der Umsatz auf über 1,5 Milliarden Euro. Den Löwenanteil steuerte die Rüstungssparte mit einem massiven Wachstum bei. Das operative Ergebnis erreichte 372 Millionen Euro.

Für das Gesamtjahr peilt der Vorstand weiterhin Erlöse von bis zu 7,6 Milliarden Euro an. Parallel dazu baut das Unternehmen die Kapazitäten aus. Bis Ende 2026 soll die Jahresproduktion auf 850.000 schwere Artilleriegeschosse steigen.

Hinzu kommen anstehende Übernahmen. Der Kauf von 49 Prozent am österreichischen Mörser-Spezialisten Hirtenberger wartet nur noch auf grünes Licht der Behörden. Auch beim deutsch-französischen Panzerbauer KNDS will CSG-Chef Michal Strnad beim geplanten Börsengang im Sommer einen Fuß in die Tür bekommen.

Mit einem RSI-Wert von 32,7 notiert die Aktie tief im überverkauften Bereich. Die operative Realität steht im harten Kontrast zum anhaltenden Verkaufsdruck. Der für Juni oder Juli geplante KNDS-Börsengang und die anstehende Entscheidung der Wettbewerbshüter im Fall Hirtenberger liefern die nächsten konkreten Katalysatoren für den weiteren Kursverlauf.

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CSG Aktie

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KGV 39,14
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