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CSG Aktie: 27,21 Prozent Verlust in 30 Tagen

Trotz starkem Umsatzplus leidet die CSG-Aktie unter massiven Kursverlusten. Analysten sehen Vertrauensprobleme bei Produktion und Führungsstruktur.

Eduard Altmann ·
CSG Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Aktie verliert über 4 Prozent an einem Tag
  • Umsatzwachstum von über 70 Prozent erzielt
  • Zweifel an Munitionsproduktionskapazitäten
  • Governance-Streitigkeiten belasten das Vertrauen

Starke Zahlen, schwache Aktie: Bei Czechoslovak Group klaffen operative Dynamik und Börsenstimmung weit auseinander. Der Rüstungskonzern wächst rasant, steht aber wegen Fragen zu Transparenz, Produktionskapazitäten und Governance unter Druck. Am Montag traf der Verkaufsdruck die Aktie erneut besonders hart.

Aktie fällt stärker als der Markt

An der Prager Börse schloss die CSG-Aktie mit einem Minus von 4,52 Prozent bei 380 CZK. Der PX-Index gab nur 0,26 Prozent nach, auch Colt CZ verlor mit 2,65 Prozent weniger stark. Das zeigt: Der Rücksetzer war nicht nur ein Marktthema.

Auf Euro-Basis notiert die Aktie aktuell bei 15,72 Euro nach 15,98 Euro am Freitag. In den vergangenen 30 Tagen summiert sich das Minus auf 27,21 Prozent. Seit dem Börsengang in Amsterdam hat sich der Kurs mehr als halbiert.

Ein Teil der Schwäche hängt am Sektor. Signale für eine mögliche Annäherung an ein Ende des Ukraine-Kriegs belasten Rüstungswerte, weil Anleger künftige Nachfrage nach Munition und militärischer Ausrüstung neu bewerten. Bei CSG kommt ein zweiter Faktor hinzu: Zweifel an der Qualität der Börsenstory.

Wachstum allein reicht nicht

Operativ liefert der Konzern zunächst starke Zahlen. Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr auf 6,7 Milliarden Euro, ein Plus von 71,7 Prozent. Der Nettogewinn erreichte 872 Millionen Euro.

Für das laufende Jahr hält CSG an Umsätzen von 7,4 bis 7,6 Milliarden Euro fest. Damit stellt das Management weiteres Wachstum in Aussicht, wenn auch deutlich langsamer als zuletzt.

Die bereinigte operative EBIT-Marge soll bei 24 bis 25 Prozent liegen. Das ist hoch und erklärt, warum die Aktie nach dem IPO zunächst als Wachstumswert im Rüstungssektor gesehen wurde. Genau diese Bewertung steht nun unter Druck.

Vorwürfe treffen den Kern der Story

Hunterbrook Media zweifelt die Produktionskapazität für 155-Millimeter-Munition an. Im Börsenprospekt wurde eine jährliche Kapazität von rund 630.000 großkalibrigen Geschossen skizziert.

Nach Darstellung von Hunterbrook konzentriert sich die Endmontage auf eine zentrale Anlage. Deren Produktion im vergangenen Jahr wird deutlich niedriger eingeschätzt, in einer Spanne von 100.000 bis 280.000 Geschossen.

Das ist brisant, weil der Unterschied nicht nur technisch wirkt. Falls ein größerer Teil der Munitionsumsätze aus Weiterverkauf statt eigener Fertigung stammt, verändert das die Wahrnehmung von Marge, Skalierbarkeit und industrieller Tiefe. CSG weist Fehlverhalten in allen angesprochenen Bereichen zurück und verweist auf den IPO-Prozess mit führenden Banken und Kanzleien.

Weitere Punkte verschärfen das Bild: ein nicht formalisierter slowakischer Munitionsrahmenvertrag über 58 Milliarden Euro und die zeitweise Suspendierung einer spanischen Munitionsfabrik durch eine NATO-Beschaffungsagentur wegen angeblich sanktionierbarer Praktiken. Hinzu kommt ein Streit mit Minderheitsaktionär Petr Kratochvíl, der dem Vernehmen nach 1,4 Milliarden Euro für seinen Anteil verlangt und über Blockaderechte bei einer wichtigen Tochter verfügen soll.

Operativ bleibt CSG international sichtbar. Auf der World Defense Show in Riad präsentierten Konzerngesellschaften unter anderem Tatra Trucks und Artilleriesysteme. Die Gesamtverschuldung soll bis Ende 2028 allerdings bei etwa 4 Milliarden Euro verharren.

Solange CSG die Zweifel an Produktionskapazität und Governance nicht überzeugend ausräumt, reicht das starke Wachstumsprofil nicht aus, um den Bewertungsdruck zu drehen. Der Kursverlauf zeigt bereits, wie hart der Markt zwischen Umsatzwachstum und Vertrauen unterscheidet.

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