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CSG Aktie: Kratochvíl fordert 1,4 Milliarden vor Q1-Test

CSG steht vor dem ersten Quartalsbericht als börsennotiertes Unternehmen. Ein Rechtsstreit mit einem Minderheitsaktionär um eine Milliardenforderung überschattet die operativ starken Geschäftszahlen.

Redaktion Stock-World ·
CSG Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Rechtsstreit um 1,4 Milliarden Euro
  • Aktie nahe 52-Wochen-Tief
  • Umsatzplus von 71,7 Prozent
  • Erster Quartalsbericht am 20. Mai

Bei CSG drückt nicht nur der Kurs. Kurz vor dem ersten Quartalsbericht als börsennotierte Gesellschaft rückt ein Streit mit Minderheitsaktionär Petr Kratochvíl in den Vordergrund. Es geht um eine Put-Option, viel Geld und Einfluss auf zentrale Teile des Konzerns.

Streit um Put-Option

Kratochvíl soll wenige Tage vor dem Börsengang eine Put-Option ausgeübt haben. Nach einem Bericht von Seznam Zprávy verlangt er 1,4 Milliarden Euro für seinen Anteil. Er hält 10 Prozent an CSG Land Systems und verfügt über Sperrrechte bei wichtigen Entscheidungen.

Brisant ist die operative Bedeutung dieser Einheit. Kratochvíl macht geltend, er könne Entscheidungen bei einer Struktur blockieren, die mit 578 Millionen Euro an Barmitteln verbunden ist. Diese Struktur steht auch für rund zwei Drittel des Konzernumsatzes im Jahr 2024.

CSG weist diese Darstellung zurück. Nach Einschätzung externer Rechtsberater habe Kratochvíl die Put-Option vor dem Börsengang nicht wirksam ausgeübt. Daraus entstehe weder eine tatsächliche noch eine mögliche Verbindlichkeit, die im geprüften Abschluss offengelegt werden müsse.

Eine weitere offene Flanke betrifft die Kommunikation rund um den Börsengang. Seznam Zprávy berichtete, CSG habe den Zeitpunkt der Forderung zunächst im Geschäftsbericht erwähnt. Später sei die Passage entfernt worden. CSG erklärte dies mit einem Softwarefehler.

Aktie nahe dem Tief

Der Kurs zeigt, wie stark das Vertrauen gelitten hat. Am Dienstag schloss die Aktie bei 16,01 Euro. Damit liegt sie nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 15,73 Euro und rund 53 Prozent unter dem Hoch vom Januar.

Auf Monatssicht steht ein Minus von 29 Prozent. Die annualisierte Volatilität über 30 Tage liegt bei 77,66 Prozent. Kein Wunder, dass jede neue Aussage zum Streit Gewicht bekommt.

Die niederländische Finanzaufsicht AFM hält sich bedeckt. Auf die Frage nach möglichen Schritten gegen CSG wegen irreführender Angaben verwies sie auf die Vertraulichkeit der Aufsicht. Zu einzelnen Unternehmen oder Untersuchungen äußere sie sich nicht.

Operativ läuft es weiter

Abseits der Governance-Fragen sehen die Zahlen stark aus. Im Geschäftsjahr 2025 stieg der Umsatz um 71,7 Prozent auf 6,74 Milliarden Euro. Das bereinigte operative EBIT erreichte 1,6 Milliarden Euro.

Auch der Auftragsbestand bleibt ein wichtiges Gegenargument zur Kursschwäche. Die bereinigte EBIT-Marge lag bei 24,1 Prozent. Der Auftragsbestand erreichte 15 Milliarden Euro, die Pipeline 27 Milliarden Euro.

Für 2026 peilt das Management einen Umsatz zwischen 7,4 und 7,6 Milliarden Euro an. Die bereinigte EBIT-Marge soll weiter etwa ein Viertel erreichen. Moody’s hob das Rating im Februar von Ba1 auf Baa3 an, Fitch blieb bei BBB- mit stabilem Ausblick.

Eine Forderung über 275 Millionen Euro aus dem Verkauf nicht zum Kerngeschäft gehörender Sparten sei im ersten Quartal beglichen worden. Sie betraf CSG Mobility, Perazzi und Healthcare und war im Börsenprospekt als Forderung gegenüber nahestehenden Parteien ausgewiesen.

Am 20. Mai legt CSG die Zahlen für das erste Quartal vor. Dann tauchen auch die Kosten des Börsengangs erstmals in der Ergebnisrechnung auf. Der Bericht wird damit zum ersten konkreten Prüfstein für Margen, Bilanz und den Umgang mit den offenen Streitpunkten.

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